Salzburg Herz der AustroMars-Mission

19. März 2006, 11:00
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Im April wird eine bemannte Marslandung in der Wüste von Utah simuliert

Salzburg - Dass das virtuelle Kontrollzentrum für die Simulation eines Mars-Aufenthaltes im US-Bundesstaat Utah vom 8. bis 22. April im Salzburger Christian-Doppler-Gymnasium eingerichtet wird, "verdanken wir letztendlich dem Schüler Sebastian Sams". Das betonte Forschungsstaatssekretär Eduard Mainoni (B) am Freitag anlässlich der Vertragsunterzeichnung zur Einrichtung des Mission Control Centers der AustroMars-Mission (MCC) in Salzburg.

Der 14-jährige Gymnasiast hatte während der "Space Days" im Oktober im Salzburger Hangar-7 im Small-Talk mit MCC-Leiter Willibald Stumptner erfahren, dass noch ein Standort für das Kontrollzentrum gesucht werde. "Ich habe ihm unsere Schule vorgeschlagen. Direktor Josef Hofer war von diesem Vorschlag ebenso begeistert wie Stumptner." Sams darf nun mit anderen interessierten Schülern am EDV-technischen Teil des Projekts teilnehmen. Das Schülerteam wird am Aufbau der Sprechverbindung mit den Astronauten und beispielsweise am Lenken des Rover-Fahrzeuges eingebunden, erläuterte Stumptner.

"Black Box"

Bereits Anfang April wird das insgesamt rund 50-köpfige wissenschaftliche Team die zwei Informatiksäle und die Schulbibliothek beschlagnahmen. Die eigentliche Simulation fällt genau in die Osterferien. "Salzburg ist die Black Box, der Flight Recorder, das Gehirn und Herz der Mission", betonte Alexander Soucek von der Projektleitung.

Rund um die Uhr wird dort an den medizinischen, technischen und psychologischen Experimenten gearbeitet. Jeweils 18 Mitarbeiter des Projekts stehen direkt in Kontakt mit der Crew in Utah. "Den ständigen Kontakt zu dem Habitat in der Wüste von Utah zu halten, das ist auch die schwierigste Aufgabe des Zentrums in Salzburgs", sagte Soucek. Er ist als erster Offizier einer von jenen sechs Astronauten, die zwei Wochen lang auf 24 Quadratmeter in der tonnenförmigen Raumstation verbringen werden. Falls der Funkkontakt - die Zeitverzögerung beträgt zehn Minuten - abbricht, springt ein Reserve Control Center in Denver (US-Bundesstaat Colorado) ein.

Kosten

Staatssekretär Mainoni, der selbst im Christian-Doppler-Gymnasium maturiert hatte, betonte, dass die Simulation einer Marslandung mit österreichischen Wissenschaftern erforscht werde und sich Salzburg einmal mehr als innovative und forschungsorientierte Stadt präsentieren könne. Die Gesamtkosten der AustroMars-Mission betragen 140.000 Euro. 80.000 Euro schießt das Technologieministerium zu. (APA)

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