Raich gewinnt zweite Kristallkugel

25. März 2006, 18:42
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Mit einem beeindrucken­den Sieg beim Saison­abschluss sichert sich der Pitztaler nach dem Gesamt- auch den Riesentorlauf-Weltcup

Aare - Benjamin Raich hat am Freitag mit dem Gewinn der Riesentorlaufkugel sein letztes großes Saisonziel erreicht. Der Pitztaler siegte im letzten Saisonrennen in dieser Disziplin mit einer eindrucksvollen Vorstellung vor dem Italiener Massimiliano Blardone (+0,94 Sek.) und dem Schweden Fredrik Nyberg (+1,02), die bis zuletzt mit ihm um das Kristall gefightet hatten.

Knappe Sache

Wie die Entscheidung im Super G der Herren am Donnerstag, war auch der Riesentorlauf zu einem Herzschlagfinale geworden. Nach dem ersten Durchgang führte Blardone vor Raich und Nyberg - dieses Trio kämpfte um die Kugel. Raich hatte 19 Zähler Vorsprung auf den Italiener, das hieß, ein zweiter Platz bei einem Blardone-Sieg hätte dem Tiroler nicht zum Titel gereicht. Im Finale legte dann Nyberg vor, Raich kam als Führender ins Ziel - und nur noch Blardone stand oben. Der Konkurrent lag aber von Beginn des Laufes an zurück und der Österreicher durfte sich schon auf den Jubel, der dann sehr emotional ausfiel, vorbereiten.

"Der Riesentorlauf-Weltcup war noch das Ziel. Wenn ich auf die Saison zurückschaue, ist alles perfekt gelaufen, ich habe alle meine Ziele erreicht, die ich mir vorgenommen habe", sagte Gesamtweltcupsieger Raich, der sieben Weltcuprennen in dieser Saison gewann und damit so viele wie kein anderer. Es ist bereits die insgesamt fünfte Kristallkugel für den Doppel-Olympiasieger. Am Freitag bekam er vom ÖSV-Team auch noch eine hölzerne Kugel überreicht - stellvertretend für den Gewinn des Kombinationsweltcups, für die es keine offizielle Gesamtwertung gibt.

Walchhofer und Maier out

Der Salzburger Hannes Reichelt landete am Freitag als zweitbester Österreicher auf Platz fünf, Rainer Schönfelder wurde 13. ("Ich hab dazu nichts zu sagen, ich bin nur müde"), Stephan Görgl 15. und Mario Matt 20. und Letzter.

Michael Walchhofer und Hermann Maier schieden bereits im ersten Lauf aus. "Die Sicht war sehr schlecht. Ich hatte eigentlich einen guten Rhythmus, doch dann bin ich nach einem Innenskifehler im Schnee gelegen. Das alles hat sich seit Olympia abgezeichnet, denn nach meiner Krankheit habe ich nicht mehr die Kraft gehabt", sagte Maier, der am Vortag die Super-G-Kugel nur um zwei Punkte verpasst hatte. Sein Saison-Resümee? "Die Saison hatte auch eine positive Seite. Ich war der einzige, der in drei Einzel-Disziplinen gewonnen hat und bin Weltranglisten-Erster im Super G. Nur der absolute Knaller ist abgegangen."

Rocca kampflos Slalom-Weltcupsieger

Ebenfalls schon im ersten Lauf nicht das Ziel sahen der Italiener Davide Simoncelli und der Finne Kalle Palander, womit sich die Zahl der Anwärter auf die Kristallkugel für den finalen Lauf auf ein Trio verkleinerte. Palander zog sich eine Bänderverletzung im linken Knie zu und fällt für den Slalom am Samstag aus, womit der Italiener Giorgio Rocca bereits als Disziplinensieger feststeht.

Unter den weiteren der neun Ausgeschiedenen befand sich auch der stark fahrende US-Amerikaner Bode Miller, Sieger des Super G und Zweiter der Abfahrt in Aare, sowie der Norweger Aksel Lund Svindal, der sich in Schweden nach dem Abfahrtssieg am Mittwoch am Donnerstag mit Platz drei den Super-G-Weltcup gesichert hatte. (APA)

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    Benni Raich ließ im Riesentorlauf nichts anbrennen.

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