UN-Tribunal: Kein Gift im Blut

21. März 2006, 20:01
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Zusätzliche Tests angeordnet - Keine Medikamente in toxischer Konzentration entdeckt - Rifampicin nicht nachweisbar

Den Haag - Die Untersuchung der Leiche von Slobodan Milosevic hat keine Hinweise auf eine Vergiftung ergeben. Es seien keine Medikamente in lebensbedrohlichen Konzentrationen gefunden worden, teilte der Präsident des UNO-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Fausto Pocar, am Freitag mit. Das Gerichtsmedizinische Institut der Niederlande werde zusätzliche Tests durchführen.

"Es wurden keine Hinweise auf Vergiftung gefunden", sagte Pocar unter Berufung auf die vorläufigen Ergebnisse. Der Obduktion zufolge starb der serbische Ex-Präsident an einem Herzinfarkt. Seine Anhänger hatten von Mord gesprochen und Spekulationen über eine Vergiftung geschürt. Ein niederländischer Toxikologe fand nach eigenen Angaben Anfang des Jahres bei Milosevic Spuren eines nicht verordneten Medikaments, das zum schnelleren Abbau anderer Arzneimittel führt.

Kein Rifampicin

Pocar sagte, es seien keine Spuren dieses Antibiotikums Rifampicin gefunden worden. Milosevic habe dieses also nicht in den letzten Tagen vor seinem Tod eingenommen. Es seien bei dem Ex-Präsidenten Spuren mehrerer verordneter Medikamente festgestellt worden, "aber nicht in giftigen Konzentrationen".

Die Ergebnisse der Untersuchungen würden auch Milosevics Anwalt Zdenko Tomanovic zugeleitet. Der frühere serbische und jugoslawische Präsident war am vergangenen Samstag tot in seiner Zelle gefunden worden. Nach seinem Tod werde der Betrieb der Haftanstalt von Scheveningen unabhängig überprüft, kündigte der Gerichtspräsident weiter an. (APA/AP)

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