Festnahmen bei Demonstration gegen Weltwasserforum

17. März 2006, 21:04
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Rund 10.000 Menschen protestierten gegen die internationale Mammutveranstaltung

Mexiko-Stadt - Beim Weltwasserforum in Mexiko-Stadt hat die Polizei rund 10.000 Demonstranten am Marsch auf das Konferenzgebäude gehindert. Teilnehmer äußerten sich frustriert und verärgert darüber, dass die Beamten den Demonstrationszug am Donnerstagabend eineinhalb Kilometer vor dem Kongresszentrum stoppten.

Dort beraten 11.000 Teilnehmer aus 130 Ländern unter anderem über Probleme in Entwicklungsländern, wo viele Menschen mit weniger als 20 Liter Wasser pro Tag leben müssen - ein Dreißigstel des Verbrauchs in Industrieländern.

Eingreiftruppe gefordert

Mit Blick auf zunehmende Konflikte um Wasser forderten Nichtregierungsorganisationen den Aufbau einer internationalen Eingreiftruppe zur Krisenprävention. Die Truppe nach dem Vorbild der UN-Blauhelme solle die nationalen Regierungen nicht bevormunden, sagte der Präsident des Welt-Wasser-Rates, Lous Fauchon, bei der Eröffnung des vierten Weltwasserforums. "Aber wir brauchen eine Streitkraft, die bei Wasserkonflikten eingreift."

Man müsse aufhören, das Problem "mit makro-ökonomischen Theorien, abstrakten mathematischen Modellen oder unmenschlichen Umstrukturierungen zu lösen", sagte der Leiter der Nichtregierungsorganisation. Erforderlich seien Ansätze mit "Gefühl und Solidarität".

Reiche Länder sollten einen großen Investitionsfonds auflegen, um die Wasserversorgung in den 50 ärmsten Ländern und den 20 ärmsten Mega-Städten zu finanzieren. "Wasser ist gefährdet, und mit ihm wir alle."

Der mexikanische Präsident Vicente Fox bezeichnete Wasser in seiner Eröffnungsrede als ein öffentliches Gut, das alle Regierungen ihrer Bevölkerung garantieren müssten. (APA/AP)

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    Am Marsch zur Verteidigung des Wassers in Mexico-City nahmen rund 10.000 Menschen teil.

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