Frankreichs Parlament verabschiedet Anti-Übernahmen-Gesetz

17. März 2006, 11:31
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Bei feindlichen Übernahmen soll Mechanismus der "Giftpille" erlaubt werden

Paris - Das französische Parlament hat am Donnerstag ein Gesetz verabschiedet, mit dem einheimische Firmen besser vor feindlichen Übernahmen geschützt werden sollen. Bei solchen Offerten soll es nach dem Willen der Nationalversammlung künftig möglich sein, mit dem Mechanismus der so genannten "Giftpille" (poison pill) zu antworten.

Damit bekommen Unternehmen die Möglichkeit, an die Aktionäre zusätzliche Aktien auszugeben, aber zu günstigeren Konditionen. In diesem Fall würde die Übernahme für den Interessenten teurer. Das Gesetz muss noch vom Senat angenommen werden.

Frankreichs Nachbarstaaten werfen der Regierung in Paris derzeit im Streit um die geplante Fusion der beiden einheimischen Energieversorger Suez und Gaz de France Protektionismus vor. Der Zusammenschluss war angekündigt worden, nachdem der italienische Versorger Enel Interesse an Suez bekundet hatte. Gaz de France ist staatlich kontrolliert. Die Gesetzesinitiative kommt aber auch zu einem Zeitpunkt, zu dem sich in Europa Entrüstung breit macht über das Übernahmeangebot des weltgrößten Stahlkonzerns Mittal Steel für den in Luxemburg ansässigen Konzern Arcelor. Arcelor hat Beschäftigte in mehreren europäischen Staaten, davon rund 29.000 allein in Frankreich.

Frankreich wies die Vorwürfe des Protektionismus indes zurück. Die "Pillen-Taktik" sei von den USA nach Europa transportiert worden, hieß es zur Begründung des jüngsten Vorstoßes. Mit dem Übernahmegesetz will das Land seine Rechtslage an die der Europäischen Union (EU) anpassen. (APA/Reuters)

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