Wiener Neustadt: Finanzdiät fürs Krankenhaus

17. März 2006, 16:09
posten

Ortschef Müller will auch beim Personal sparen

Wiener Neustadt - "Der Einkauf für das Krankenhaus wird zentralisiert - bei der täglichen Versorgung ebenso wie bei medizinisch-technischen Geräten. Und in Sachen Personalpolitik werden wir restriktiver werden müssen": So lauten die Pläne des Wiener Neustädter Bürgermeisters Bernhard Müller (SP) zur Verkleinerung beträchtlichen Finanzlochs, welches das gemeindeeigene Spital im Stadtsäckel zurücklässt.

Optimistisch betrachtet, könnten auf diese Art "sechs Millionen Euro pro Jahr" gespart werden, sagte Müller bei einem Pressegespräch am Donnerstagnachmittag; pessimistischere Voraussagen gingen von "vier bis fünf Millionen Euro Sparpotenzial aus". Beides - so der Ortschef - sei auf keinen Fall genug, um die Abgang von jährlich rund 29 Millionen Euro substanziell zu: "Aber immerhin, es ist ein erster Schritt".

Zu diesem Schritt geraten wurde Müller von der Beratungsfirma SOLVE, die der Gemeinde schon vor drei Wochen ihren Spital-Endbericht überreicht haben. Die Ratschläge in voller Länge werden jetzt von einem 15-köpfigen Umsetzungsgremium durchdiskutiert. Dieses aus Primaria und Oberärzten, aus Pflegern und kaufmännischen Spitalmitarbeitern, aus Stadtverwaltern und Politikern bestehende Organ soll auch die Resultate der jüngsten Fragebogenaktion unter der Krankenhausbelegschaft mit berücksichtigen. Hier - so Müller - lägen "an die 100" Antworten vor.

Weniger Defizit

Ziel all der Bemühungen müsse jedoch das "Aufnehmen ernsthafter Gespräche mit dem Land wegen einer Trägerschaftsübernahme für das Spital" sein. Gespräche, die Finanzlandesrat Wolfgang Sobotka (VP) frühestens für das Jahr 2008 in Aussicht gestellt haben. Bis dahin gibt es laut Müller Spital mäßig wenig Anlass für Freude, es sei denn darüber, "dass der Rechnungsabschluss 2005 weniger schlimm ausgefallen ist als im Voranschlag befürchtet". (bri, DER STANDARD - Printausgabe, 17. März 2006)

Share if you care.