Graz: Misshandelter Bub kommt zu Pflegeeltern

16. März 2006, 20:07
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Schwester bei der selben Familie - Eltern weiter in U-Haft

Graz - Jener fünf Monate Bub aus Graz, dessen Eltern im Verdacht stehen, ihn über längere Zeit schwer misshandelt zu haben, wird nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus zu einer Pflegefamilie kommen. Dabei handelt es sich um dieselbe Familie, die sich auch schon um seine sechsjährige Schwester kümmert. "Wir wollten die beiden nicht trennen", hieß es von Seiten des Grazer Jugendamtes. Die Eltern bleiben weiterhin in U-Haft.

Ende Februar war der damals vier Monate alte Bub von seiner 29 Jahre alten Mutter mit einem Schütteltrauma und lebensbedrohlichen Hirnblutungen ins Grazer LKH gebracht worden. Das Kleinkind musste sofort notoperiert werden. Die in einem Drogenentzugsprogramm befindliche Frau hatte angegeben, ihr kleiner Sohn sei von einem Kindersitz auf die Stiegen gefallen und hätte sich dabei die schweren Verletzungen zugezogen. Ein Gutachten soll diese Aussage prüfen.

Heute, Donnerstag, soll der Bub laut Jugendamt voraussichtlich aus dem Spital entlassen werden. Er habe sich nach Angaben der Ärzte erstaunlich gut erholt. Ob er bleibende Schäden davontragen wird, könne aber noch nicht gesagt werden. Der Säugling wird bei den gleichen Pflegeeltern untergebracht, bei denen seit Aufkommen des Misshandlungsverdachtes auch seine ältere Schwester wohnt. Die Eltern, die weiterhin in U-Haft sind, zeigten sich mit dem Pflegeplatz einverstanden. (APA)

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