10. Juli 2006, 10:24
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Das Magazin der "Süddeutschen Zeitung" widmet seine Freitag erscheinende Ausgabe zur Gänze einem Interview mit Showmaster-Legende Rudi Carrell, 71. Er spüre, dass er bald an Lungenkrebs sterben wird. Dennoch zeigt er sich "sehr gelassen": "Ich muss nicht mehr nach Köln - herrlich! Ich muss keine Gags mehr erfinden - wunderbar! Ich genieße Kleinigkeiten wie dieses Interview und gucke drei Kanäle holländisches Fernsehen. Vielleicht sehe ich noch etwas Neues, Inspirierendes. Aber ich habe aufgehört zu arbeiten."

"Publikum muss zweimal am Abend weinen"

Carrell über seinen Job: "Ich bin bei meinem Vater in die Lehre gegangen. Seine erste Lektion lautete: Das Publikum muss zweimal am Abend weinen. Die Leute wollen nicht nur lachen, die wollen auch gerührt sein. Ich wollte es zunächst nicht glauben, dass er zweimal am Abend die Leute hat weinen lassen. Ich fand das schrecklich. Erst viel später, bei 'Lass Dich überraschen', wo Leute vor Rührung geheult haben, da habe ich gemerkt: Der Alte hat doch Recht gehabt."

"Disziplin, bitte!"

Zu seinem letzten Fernsehauftritt bei der Goldenen Kamera, wo er für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde: "Ich habe mir immer gesagt: Du bist ein Showmaster. Disziplin, bitte! Du hast Würde. Du hast Verantwortung gegenüber deinen Zuschauern. Du hältst alles zusammen. Verkaufe dich auch so! Beherrsche dich!"

"Wenn ich eine Frau mag ist sie für mich ein Kumpel"

Über sein Verhältnis zu Frauen sagt er: "Ach, was. Wenn ich eine Frau mag, beruflich oder privat, ist sie für mich ein Kumpel. Dann rede ich mit ihr, so wie ich auch mit Männern rede. Warum sollte ich mich da verstellen? Und wenn ich einer Kollegin an die Titten gegriffen habe, stand das am nächsten Tag in der Zeitung. Dass sie mich an einer sehr empfindlichen Stelle zurück gekniffen hat, stand natürlich nicht drin." (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 17.3.2006)

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