Deutschland: Verein stellt Strafanzeige gegen "Die Welt"

21. März 2006, 20:01
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Tageszeitung druckte dänische Karikaturen nach - "Muslimische Glaubensgemeinschaft provoziert"

Düsseldorf - Die Union Europäisch Türkischer Demokraten (UETD) hat nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen Verantwortliche der Tageszeitung "Die Welt" gestellt, da das Blatt die umstrittenen Mohammed-Karikaturen nachgedruckt hatte.

Die Zeitung habe mit der Veröffentlichung der Karikaturen die muslimische Glaubensgemeinschaft provoziert und den öffentlichen Frieden in Deutschland leichtfertig aufs Spiel gesetzt, teilte der Verein am Donnerstag in Köln zur Begründung mit, der sich nach eigenen Angaben für die Interessen der in der Europäischen Union lebenden türkischen und türkisch-stämmigen Bürger einsetzt. Eine Sprecherin des Springer-Verlags wies die Vorwürfe zurück und erklärte, die Berichterstattung der "Welt" sei unter rechtlichen und publizistischen Gesichtspunkten nicht zu beanstanden. Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte, die Anzeige werde geprüft.

Kein Angriff auf Pressefreiheit

Die Anzeige stelle keinen Angriff auf die Pressefreiheit dar, erklärte die UETD weiter. Das Recht auf freie Meinungsäußerung müsse aber auch die Achtung vor Religionssymbolen anderer Religionsgemeinschaften einschließen.

Die umstrittenen Mohammed-Karikaturen waren erstmals im September 2005 in einer dänischen Zeitung veröffentlicht worden. Später wurden sie in mehreren deutschen und ausländischen Zeitungen abgedruckt. Die Veröffentlichung hatte Tumulte und Massendemonstrationen in der islamischen Welt ausgelöst. Viele Moslems betrachten es als Gotteslästerung, den Propheten Mohammed abzubilden. (APA/Reuters)

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