Weltbank: Ohne Hilfen droht Palästinensern Wirtschaftskollaps

21. März 2006, 06:16
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Arbeitslosenrate würde sich bis 2008 auf 47 Prozent verdoppeln

Jerusalem - Bei einer drastischen Reduzierung internationaler Finanzhilfen droht den Palästinenser-Gebieten ein wirtschaftlicher Kollaps. Zu diesem Ergebnis kommt die Weltbank, die sich in einer Studie mit den Folgen einer Regierungsübernahme durch die Hamas-Extremisten beschäftigt hat. Sollte die Hamas Israels Existenzrecht nicht anerkennen und der Gewalt nicht abschwören, haben die Europäische Union (EU) und die USA ein Ende ihrer Hilfen angekündigt. Der Bericht ging an die Geberländer.

Im schlimmsten Fall könnten die persönlichen Einkommen der Palästinenser den Berechnungen zufolge um bis zu 30 Prozent sinken. Die Arbeitslosenrate würde sich bis 2008 auf 47 Prozent verdoppeln, der Anteil der Menschen, die unter der Armutsgrenze leben, von 44 auf 74 Prozent vergrößern. Dies wären die Folgen, wenn Israel weiter die für die Palästinenser eingezogenen Steuern zurückhält, den palästinensischen Handel einschränkt sowie die Zahl der palästinensischen Arbeitnehmer in Israel gezielt niedrig hält. In diesem Szenario ging die Weltbank zudem von einer sehr weitgehenden Reduzierung der internationalen Finanzhilfen aus.

Noch ist offen, welche Hilfen in welchem Umfang weiter an die Palästinenser-Behörde fließen werden, wenn die Hamas vollends die Regierung übernommen hat. Sie ist von den USA und der EU als Terrorgruppe eingestuft, hat aber die jüngsten Parlamentswahlen mit absoluter Mehrheit gewonnen.

Die Palästinenser-Behörde erhält jährlich eine Milliarde Dollar aus dem Ausland. Ein Viertel des Volkes lebt von den Gehältern, die die Behörde auszahlt. (APA/Reuters)

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