Verwirrung um "Nahrungs-
ergänzungsmittel" unter Senioren

24. März 2006, 17:49
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Deutsche Umfrage: Begriff wenig bekannt, Zusatzpräparate werden jedoch von der Mehrheit eingenommen

Mönchengladbach - Wissenschaftler der Hochschule Niederrhein haben herausgefunden, dass viele Senioren nicht genau wissen, was sich hinter dem Begriff "Nahrungsergänzungsmittel" verbirgt. Für die Studie befragten die Forscher zusammen mit ihren Studenten mehr als 2.000 Senioren in Nordrhein-Westfalen zur Akzeptanz und zum Einkaufsverhalten von Zusatzpräparaten. Fast 72 Prozent derjenigen, die angaben, keine Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen, kreuzten bei der konkreten Frage nach einzelnen Produkten mindestens ein Präparat an.

Die Forscher aus Mönchengladbach kamen zu dem Ergebnis, dass fast 58 Prozent der über 55-Jährigen Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, mehr als 30 Prozent der Befragten sogar täglich. Bevorzugt werden Vitamine, Knoblauchpräparate und Mineralstoffe. Frauen greifen häufiger zu den Gesundheitspräparaten als Männer. "Mit zunehmendem Alter zeigt sich eine Tendenz zur regelmäßigen Einnahme", erklärt Gisela Semmler vom Fachbereich Oecotrophologie der Hochschule Niederrhein. "Die Hälfte der Befragten ist der Auffassung, dass sich mit den Präparaten das allgemeine Wohlbefinden steigern lässt." Die Häufigkeit der Einnahme hängt nicht direkt mit dem subjektiv empfundenen Gesundheitszustand zusammen. Während 44 Prozent der Nutzer mit ihrer körperlichen Verfassung unzufrieden sind, geben 39 Prozent an, mit ihrer Gesundheit zufrieden oder sehr zufrieden zu sein.

Informationen und Bezugsorte

Gerade bei älteren Menschen ist eine gesunde Ernährung wichtig, um die Gedächtnisleistung und die körperliche Fitness aufrecht zu erhalten. Viele Senioren leiden unter Mangelernährung, die durch Appetitlosigkeit ausgelöst wird. 64 Prozent der Befragten gaben an, ihre Informationen über Nahrungsergänzungsmittel aus der Apothekerzeitschrift zu beziehen. Die Apotheke ist zugleich auch der beliebteste Einkaufsort für Zusatzpräparate bei der Generation 55+. Drogeriemarkt und Supermarkt wurden als weitere Kauforte genannt. Nur 1,5 Prozent der Befragten gaben an, Teleshopping für den Einkauf von Nahrungsergänzungsmitteln zu nutzen. (pte)

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