Taliban-Chef Omar droht mit "unvorstellbarer" Gewalt

24. März 2006, 19:14
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"Wir werden den Invasoren auf dem Schlachtfeld so einheizen, wie sie sich das gar nicht vorstellen können"

Kandahar - Die US-geführten ausländischen Truppen in Afghanistan können sich nach den Worten von Taliban-Chef Mullah Mohammed Omar auf eine heftige Offensive seiner Kämpfer einstellen. "Mit Ankunft des warmen Wetters werden wir den Invasoren auf dem Schlachtfeld so einheizen, wie sie sich das gar nicht vorstellen können", drohte Omar in einer von einem Taliban-Sprecher am Donnerstag telefonisch verlesenen Erklärung. Massen junger Afghanen hätten sich freiwillig für Selbstmordanschläge zur Verfügung gestellt, meldete die in Pakistan ansässige Nachrichtenagentur Afghan Islamic Press.

Kopfgeld

Auf Omar ist ein Kopfgeld von zehn Millionen Dollar (8,32 Mio. Euro) ausgesetzt. Die Regierung in Kabul vermutet, dass er sich in Pakistan nahe der Grenze zu Afghanistan versteckt hält. Vergangene Woche hatte Präsident Hamid Karzai das Nachbarland zu mehr Zusammenarbeit aufgefordert. Zuvor hatte die Regierung in Islamabad bestritten, Omar halte sich in Pakistan auf. Am Mittwoch erwiderte der afghanische Außenminister Abdullah Abdullah, der Taliban-Chef sei nicht in seinem Land. Sprecher der radikal-islamischen Organisation beharren aber darauf, Omar führe den Aufstand von seinem Heimatland aus.

US-geführte Truppen hatten die Taliban Ende 2001 nach den Anschlägen vom 11. September gestürzt. Für die Anschläge wird die Extremisten-Organisation Al-Kaida verantwortlich gemacht, deren Chef Osama bin Laden die Taliban nicht ausliefern wollten. Allein seit Beginn vergangenen Jahres sind bei dem Aufstand der Taliban 1.500 Menschen getötet worden. In den vergangenen Monaten hat die Gewalt mit zahlreichen Selbstmordanschlägen - mindestens zwölf allein in diesem Jahr - zugenommen. Ein Vertreter der US-Armee hatte vergangene Woche gesagt, es sei mit einer Zunahme der Gewalt zu rechnen, wenn Truppen der USA und der Nato in Regionen des Landes vordringen, in denen die Aufständischen stärker präsent sind. (APA/Reuters)

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