Innenminister will Integration von Ausländern verbessern

21. März 2006, 18:19
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Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung gefordert - Präsentation einer UNO-Studie zur Migration

Berlin - Der deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble hat die Verbesserung der Integration von Ausländern als eine der wichtigsten politischen Aufgaben der kommenden Jahre bezeichnet. Dies sei auch vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung zu sehen, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin bei der Präsentation der deutschen Fassung einer UNO-Studie zur weltweiten Migration. Bereits heute habe jedes vierte in Deutschland geborene Kind einen Migrationshintergrund.

Die Zuwanderung habe ihre Grenzen in den "Möglichkeiten der Integration", sagte Schäuble. Zuwanderung werde von der Gesellschaft nur dann akzeptiert, wenn sie nicht als Problem, sondern als Bereicherung und Gewinn wahrgenommen werde. Nur durch Steuerung und Begrenzung der Zuwanderung könne die Akzeptanz der Migranten gewährleistet werden.

Positive Wirkungen

Schäuble betonte, der hiesige Arbeitsmarkt dürfe nicht durch Zuwanderung von Billigarbeitskräften aus den Fugen geraten. Die positiven Wirkungen der Zuwanderung Hochqualifizierter dürfe nicht durch den Zuzug von Geringqualifizierten in die Sozialsysteme überlagert werden. Darüber hinaus dürften die Zugewanderten nicht in Parallel- oder Separatgesellschaften abgleiten, sondern müssten sich in die deutsche Gesellschaft integrieren.

Mit Blick auf die UNO-Studie wies Schäuble darauf hin, dass die rund 200 Millionen Migranten weltweit ihren jeweiligen Heimatländern wichtige Wirtschaftsimpulse gäben. Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie sei der enge Zusammenhang zwischen der Zuwanderung in entwickelte Staaten und der Stimulation von Wachstum und Innovation im Herkunftsland. Migration sei keine Einbahnstraße.

So schickten die Migranten laut Bericht rund 200 Milliarden Euro in ihre Heimatländer zurück. Die UNO-Studie wurde von einer 19-köpfigen Kommission erstellt und im Oktober in New York vorgestellt. In den vergangenen 35 Jahren ist die Zahl der Migranten den Angaben zufolge von 72 Millionen auf 200 Millionen gestiegen, darunter sind auch knapp zehn Millionen Flüchtlinge. Die Zahl steige weiter rasch an. Der Bericht stützt sich unter anderem auf Statistiken der Vereinten Nationen, der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds.

Ziel: Freiwilligkeit

CDU-Politikerin Rita Süssmuth, die an dem Bericht mitgearbeitet hatte, bekräftigte, Migration setze mittel- bis langfristig einen gegenseitigen Austausch zwischen Auswanderungs- und Einwanderungsland in Gang. Der Bericht wende sich an die nationalen Regierungen und verschiedenen Verantwortlichen in der Gesellschaft. Nur mit ihnen und den Migranten zusammen sei ein Integrationsprozess zu gestalten. Ziel müsse sein, dass Menschen nicht zur Migration gezwungen seien, sondern diesen Schritt freiwillig gingen. Mehr als 50 Prozent aller Migranten sei jedoch unterwegs, weil sie arm oder politisch verfolgt oder von Natur- und Umweltkatastrophen betroffen seien. (APA/AP)

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