Innsbrucks Polizei nahm Kinderschänder nicht ernst

17. März 2006, 20:15
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17-Jähriger wollte sich bei der Polizei stellen - Polizei schickte ihn weiter

Innsbruck - Monatelang hat im Vorjahr eine Kindesmissbrauchs-Serie Innsbruck in Atem gehalten. Am Mittwoch wurde der mutmaßliche Täter zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt und in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Der 17-Jährige wollte sich schon im Oktober bei der Polizei stellen. Er wurde von einem Beamten aber nicht ernst genommen.

Dem Lehrling wird vorgeworfen am helllichten Tag sechs Mädchen unter zehn Jahren von der Straße gezerrt zu haben. Einige der Mädchen hat er missbraucht. Mitte Oktober wurde der Mann schließlich verhaftet.

17-Jähriger wollte sich stellen

Zwei der insgesamt sechs Straftaten hätten verhindert werden können. "Schon am 4. Oktober wollte sich der 17-jährige Lehrling bei der Polizei stellen. Er hatte erkannt, dass er krank war und seine Eltern um psychotherapeutische Hilfe ersucht", brachte sein Verteidiger vor einem Schöffengericht vor. Der Uniformierte war den Angaben zufolge jedoch nicht interessiert: Stattdessen schickte er den Burschen zur Kripo. Auch den Weg quer durch die Innenstadt scheute der Jugendliche nicht. Erst bei der Eingangsschleuse der Polizeidirektion verließ ihn der Mut. Zwei Wochen später wurde er festgenommen. Inzwischen hatte die Polizei 52 Verdächtige überprüft. (APA)

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