Alonso vor Malaysia-GP zuversichtlich

18. März 2006, 13:25
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Autos und Piloten unter Extrembelastung - Räikkönen hofft auf starkes Qualifying - Klien will wieder punkten

Sepang/Malaysia - Nur eine Woche nach dem spannenden GP von Bahrain geht die Formel-1-Weltmeisterschaft 2006 in ihre zweite Runde. Sepang in Malaysia ist am Sonntag (8.00 Uhr/live ORF 1) der Schauplatz des zweiten Saison-Grand Prix. Bei Schwüle und Temperaturen um die 40 Grad wird das erste Hitzerennen des Jahres ein echter Härtetest für Fahrer und Autos.

Auftakt-Sieger Fernando Alonso ist nach dem beinharten "Stop-und-Go"-Kampf mit Ferrari-Pilot Michael Schumacher in Bahrain zuversichtlich, seinen Renault auch auf dem superbreiten Kurs (16 m) in Malaysia mit den vielen schnellen Kurven und langen Geraden zum Sieg pilotieren zu können. Nach Runde eins führt der 24-jährige Weltmeister aus Spanien zwei Punkte vor dem 13 Jahre älteren Schumacher (37), in der Teamwertung liegen aber Williams und McLaren mit je 10 Punkten gleichauf in Front.

Räikkönen will diesmal ganz hinauf

Vizeweltmeister Kimi Räikkönen, der in Bahrain vom letzten Platz noch aufs Podium fuhr, weiß: "Ich war trotz vollem Tank schneller als die meisten Konkurrenten. Mit einem besseren Qualifying kann ich gewinnen."

So weit die Fakten, damit hat es sich aber wohl schon mit den "trockenen" Dingen in Malaysia. 90 Prozent Luftfeuchtigkeit und die enorme Hitze ließen Fahrer und die Teams schon im Vorfeld ordentlich ins Schwitzen kommen. Vor allem, weil die Motoren das bereits zweite Wochenende halten müssen. Zumindest vier Piloten müssen Motor wechseln.

Strafversetzungen

Die in Bahrain ausgeschiedenen Jacques Villeneuve (BMW) und Giancarlo Fisichella (Renault) straffrei, die beiden "Ferrari-Piloten" Felipe Massa und David Coultard (Red Bull) müssen hingegen in der Startaufstellung zehn Plätze nach hinten. Auch beim McLaren-Mercedes von Juan Pablo Montoya wurde bis zuletzt über einen Motorentausch nachgedacht.

Bei Coulthard hatte sich am Ende des Bahrain-GP ein Kolbendefekt abgezeichnet. "Zu spät. Als wir es erfuhren, war David schon über der Ziellinie", erzählte RB-Teamchef Christian Horner. Die FIA entschied - natürlich - auf Defekt nach dem Rennen, deshalb die Rückversetzung. "Ein McLaren kann auch von ganz hinten auf das Podium fahren, für uns ist die Strafe sicher härter", ärgerte sich Coulthard.

Dass auch beim "Motorenkollegen" Massa später das gleiche Problem fest gestellt wurde, macht Christian Klien keine Sorgen. "Mein Motor wurde gründlich gecheckt, alles bestens", berichtete der Vorarlberger.

Klien: "Die Pace stimmt"

Klien ist zuversichtlich, auch in Malaysia wieder in die Punkte fahren zu können. "Die Pace stimmt, wir sind unter den Top-Fünf Teams", sieht Klien Red Bull sogar vor den Williams. Dass ihn Nico Rosberg in Bahrain überholt habe, sei an seinen nachlassenden Michelin-Reifen gelegen, so der Vorarlberger. "Spätestens in Imola werden wir sehen, ob die Bridgestone-Reifen bei kühleren Temperaturen auch noch so gut sind."

Vorerst ist aber die Hitze das bestimmende und für Bridgestone günstige Thema in Malaysia. "Wie Radfahren in der Sauna", zog Klien einen Vergleich. "Im Cockpit steht die Luft, da hat es bis zu 50, 60 Grad!" Jenson Button weiß, was am Wochenende auf die Piloten zukommt. "Du kannst selbst auf den langen Geraden kaum Atmen." Er habe früher während der Rennen nicht getrunken, so der Brite. "Danach sah ich aber sehr sehr schlecht aus", erklärte der Honda-Pilot, warum auch er jetzt eine Trinkflasche im Auto hat.

Kühlung auf Kosten der Aerodynamik

"Die Autos sind hier auf maximale Kühlung ausgelegt, das geht natürlich auf Kosten der Aerodynamik", weiß Williams-Testfahrer Alexander Wurz. Den Fahrern hilft hingegen nur Trinken und die Fitness. "Wenn du über den Winter ein fauler Hund warst, kriegst du Probleme", so Wurz. "Ich kann goschert sein, ich fahr' ja nur am Freitag", witzelte der Niederösterreicher.

So einfach ist das aber offensichtlich nicht mit dem Trinken im Auto. "Es stört den Rhythmus, außerdem bist du ständig Fliehkräften ausgesetzt. Man verschluckt sich leicht", sprach Wurz die Probleme an. Manche Fahrer benutzen daher Trinksysteme mit Elektropumpen oder haben Trockeneis-Kanäle im Sitz. "Außerdem", so Wurz "kannst eh nur die ersten 20 Minuten trinken, dann ist das Zeug brennheiß." (APA)

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