Multiple Vaterschaften bei Feldhasen entdeckt

16. März 2006, 13:53
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Wiener Studie: In einem Wurf kommen durchaus öfters Halbgeschwister zur Welt - mögliche Strategie gegen Inzucht

Wien - Feldhasen-Weibchen bringen in einem Wurf nicht selten Halbgeschwister zur Welt, also Junge mit verschiedenen Vätern. Das haben Wissenschafter der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien herausgefunden. "Möglicherweise ist dies eine Strategie, um Inzucht zu vermeiden", erklärte dazu Klaus Hackländer, Professor am Department für Integrative Biologie gegenüber der APA.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der Veterinärmedizinischen Universität Wien (VUW) durchgeführt. Es zeigte sich, dass Feldhasen-Weibchen nicht nur wählerisch bezüglich eines Partners sind, sie paaren sich durchaus mit mehreren Rammlern. Das Ergebnis ist, dass es bei rund 20 Prozent aller Würfe eine multiple Vaterschaft gibt, dass also die Jungen von mehreren Vätern stammen.

Die Strategie dürfte sich im Laufe der Evolution entwickelt haben könnte, um Inzucht innerhalb einer Population zu vermeiden. "Hasen sind sehr standorttreu, und somit steigt die Wahrscheinlichkeit der Verwandtschaft zwischen Männchen und Weibchen", erklärte Hackländer. Die mehrfache Vaterschaft in einem Wurf wirkt dem entgegen. (APA)

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    Multiple Vaterschaften wirken bei Feldhasen der Inzucht entgegen.

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