Töpfer hält Kriege um Wasser für denkbar

17. März 2006, 14:04
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UNEP-Direktor fordert nachhaltige Umweltpolitik

München/Mexiko - Klaus Töpfer, der scheidende Direktor des UNO-Umweltprogramms (UNEP), hält Kriege und Konflikte um Wasser für denkbar. Dem Bayerischen Rundfunk sagte er am Donnerstag, die zunehmende Zahl von Menschen auf der Erde und die fortschreitende Verstädterung ließen Wasser vielerorts zu einem knappen Gut werden. Zur Vermeidung von Konflikten um den kostbaren Rohstoff forderte Töpfer eine vorsichtige Verwendung der Ressource Wasser. Unter anderem müsse mehr in Wasserverteilungssysteme investiert werden. Außerdem sei Wassersparen eine "zentrale Herausforderung".

Nachhaltige Umweltpolitik

Töpfer forderte die Regierungen aller Länder auf, eine nachhaltige Umweltpolitik zu betreiben. Zunehmende Dürre und Trockenheit in Äthiopien, Eritrea, Kenia und Somalia sei häufig durch Menschen verursacht. So habe Kenia nur noch eine Waldfläche von zwei Prozent. Töpfers Nachfolger als UNEP-Chef im kenianischen Nairobi wird nach acht Jahren der 44-jährige Deutsche Achim Steiner, derzeit Generaldirektor der Weltnaturschutzunion (IUCN) mit Sitz in der Schweiz.

In Mexiko-Stadt beraten von Donnerstag bis kommenden Mittwoch mehrere tausend Teilnehmer des vierten Weltwasserforums über eine bessere Nutzung und Verteilung der wertvollen Ressource, von der Milliarden Menschen ausgeschlossen sind. Amtlichen Angaben zufolge haben 40 Prozent der Weltbevölkerung - mehr als sechs Milliarden Menschen - nur begrenzten Zugang zum "flüssigen Gold" oder verfügen über keine Abwasserentsorgung. Jahr für Jahr sterben Millionen Kinder an Krankheiten, die auf verschmutztes Wasser zurückzuführen sind. Kritiker befürchten, dass es auf dem Forum vor allem darum gehen wird, den Einfluss privater Unternehmen in den verschiedenen Bereichen des Wassersektors zu stärken. (APA)

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