Sturm braucht 1,5 Millionen

22. März 2006, 11:27
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Von Weltreise zurückgekehrter Präsident Kartnig bestätigt Finanzbedarf und meint: "Wenn ich weg bin, ist Sturm hin"

Graz - Erneut (bzw. weiterhin) Finanzprobleme bei Sturm. Die Grazer sollen laut steirischer "Kleine Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) in Sachen Lizenzierungsverfahren einen zweiwöchigen Aufschub erhalten haben. "Wir benötigen 1,5 Millionen Euro, um bis Ende Juni über die Runden zu kommen", sagte Präsident Hannes Kartnig in dem Zeitungsinterview.

Kartnig war erst vor Kurzem von einer Weltreise zurückgekehrt und muss nach eigenen Angaben "erst die Unterlagen durchschauen". Die Tour um den Globus, die seine Gattin und er von Frank Stronach geschenkt bekommen habe, führt Kartnig auch zu seinem Trauzeugen nach Kanada. "Frank und ich haben auch über Sturm gesprochen. Er weiß von unseren finanziellen Problemen und wird genau schauen, wer den Verein in Zukunft führt. Dann entscheidet er über etwaige Hilfe", sagte Kartnig.

Erneut lamentierte der Noch-Präsident über die Zumutungen von Kritikern seiner Politik: "Intern werde ich angeschwärzt und dann soll ich auch noch brennen. Mit mir nicht mehr. Wenn ich weg bin, ist Sturm aber hin", sagte er der "Kleinen Zeitung." Auf die Frage nach der Zukunft meinte er: "Wir müssen neue Strukturen schaffen. Ich denke an ein Dreier-Präsidium. Ich mache nur weiter, wenn im Vorstand ab sofort Einigung herrscht. Sonst bin ich weg."

Vizepräsident zurückgetreten

Klaus Leutgeb erklärte daraufhin am Donnerstag seinen sofortigen Rücktritt als Vizepräsident und Vorstandsmitglied. "Wir nehmen das zur Kenntnis", kommentierte der Klub-Präsident das Ausscheiden seines Vizes lapidar.

Leutgeb war erst im November auf Vorschlag seines Vorgängers, Carlo Platzer, zum Grazer Klub gestoßen. "Er hat Konzepte vorgelegt, aber nichts umgesetzt. Ändern wird sich bei uns deshalb nichts", erklärte Kartnig. Während der mehrmonatigen Weltreise des Sturm-Zampanos hatte der zweite Vize-Präsident, Hans-Jörg Glinz, die operative Geschäftsführung innegehabt.

Bis 15. März mussten die Vereine der T-Mobile- und Red Zac-Liga, sowie die Aufstiegsaspiranten der Regionalligen ihre Anträge für das Lizenzierungsverfahren einreichen. Das Lizenz-Management der Bundesliga prüft die Unterlagen und macht die Vereine auf etwaig fehlende Papiere aufmerksam. Nur die Klubs selbst sind befugt, inhaltliche Details bekannt zugeben. Bis 28. April wird der Senat V der Bundesliga als erste Instanz über die Lizenzvergabe entscheiden. (APA/red)

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