Hintergrund: Noch weiter Weg zum EU-Ziel Mehrsprachigkeit

16. März 2006, 10:50
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Erst 28 Prozent der EU-Bürger beherrschen zwei Fremdsprachen

Wien - Jeder EU-Bürger soll neben seiner Muttersprache künftig zwei weitere Sprachen beherrschen: Dieses Ziel, das beim informellen Treffen der EU-Bildungsminister am Donnerstag und Freitag in Wien diskutiert wird, hat die EU langfristig ausgegeben - bis dorthin ist es aber noch ein langer Weg, wie eine im November und Dezember 2005 durchgeführte Eurobarometer-Erhebung zeigt. Demnach erfüllen erst 28 Prozent der EU-Bürger diese Voraussetzung. Spitzenreiter ist erwartungsgemäß das mehrsprachige Luxemburg (92 Prozent), ganz hinten liegt Irland (13 Prozent). Österreich befindet sich mit 32 Prozent knapp über dem EU-Schnitt.

Zwei Fremdsprachen

Bei der Erhebung wurde danach gefragt, wie viele Sprachen - außer der Muttersprache - man gut genug beherrscht, um in ihnen eine Unterhaltung zu führen. Hinter Luxemburg auf Platz zwei landeten die Niederländer, von denen 75 Prozent zwei Fremdsprachen sprechen, und die Slowenen (71 Prozent). Dahinter folgen Malta (68 Prozent), Belgien (67), Dänemark (66), Estland (58), Lettland und Litauen (je 51), Schweden und die Slowakei (je 48), Finnland (47), Österreich und Polen (je 32), Tschechien (29), Deutschland und Ungarn (je 27), Portugal (23), Zypern (22) und Frankreich (21). Die Schlusslichter bilden Griechenland (19 Prozent), Großbritannien (18), Spanien (17), Italien (16) und Irland (13 Prozent). Die Kandidatenländer Kroatien und Bulgarien kommen auf 36 bzw. 31 Prozent, Rumänien auf 27 Prozent und die Türkei auf fünf Prozent.

Die Sprachenkenntnis sinkt übrigens mit steigendem Alter der Befragten: Von den Über-55-Jährigen in der EU beherrschten nur 19 Prozent zwei Fremdsprachen, von den 14- bis 24-Jährigen dagegen immerhin 40 Prozent.

Eine Fremdsprache

Mindestens eine Fremdsprache beherrschen übrigens 56 Prozent der EU-Bürger. Auch hier liegen die Luxemburger (99 Prozent) klar vorne, gefolgt von Slowaken (97 Prozent), Letten (95), Litauern und Maltesern (92) sowie Niederländern, Slowenen (je 91) und Schweden (90). Österreich liegt mit 62 Prozent leicht über dem EU-Schnitt. Die Schlusslichter bilden Irland (34 Prozent), Großbritannien (38 Prozent), Italien (41 Prozent), Portugal und Ungarn (je 42). (APA)

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