Svindal schnappt Maier Kugel weg

25. März 2006, 18:39
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Norweger gewinnt mit Platz drei die Super G-Wertung - Maier als Vierter um zwei Punkte geschlagen - Miller gewinnt vor Rahlves

Aare - Auch ein bisschen zu seiner eigenen Überraschung hat der gesundheitlich angeschlagene Hermann Maier am Donnerstag im letzten Super G der Saison eine kämpferisch starke Sonderleistung gezeigt - um neun Hundertstel oder zwei Punkte reichte es am Ende aber nicht für die 15. Kristallkugel. Der Norweger Aksel Lund Svindal wurde beim Weltcup-Finale in Aare mit 0,53 Sekunden Rückstand auf Tagessieger Bode Miller und dessen Landsmann Daron Rahles (+0,34) Dritter, Maier (0,62) landete in einem selektiven Rennen auf Rang vier und verpasste die mögliche sechste Super-G-Kugel um Haaresbreite.

Herzschlagfinale

Das Rennen war nach dem mit Startnummer neun ins Rennen gegangenen Miller, der auf unnachahmliche Art mehrmals knapp einen Ausfall verhinderte, unterbrochen worden. Herren-Cheftrainer Toni Giger stand beim extrem weit gehenden Russi-Sprung und veranlasste einen Start-Stopp. "Das hat man beim Besichtigen nicht gemerkt, dass das so weit geht, es war zu gefährlich", berichtete Giger. Der Sprung wurde zur Sicherheit der Läufer etwas abgetragen, das immer noch spektakuläre Rennen, das niemand fehlerfrei beendete, ging weiter. An die Miller-Zeit kam kein Rennläufer mehr heran, doch das Kugel-Duell Svindal gegen Maier wurde noch zum Herzschlagfinale.

Der Norweger legte mit Platz drei vor, Schlussmann Maier hätte zumindest mit ihm gleich ziehen müssen, doch Platz vier war zu wenig: "Das war eine gute Leistung heute, ich bin bester Österreicher geworden. Die Hundertstel waren in dieser Saison nicht auf meiner Seite. Wenn der Vorsprung, den ich oft hatte, ein Bonus wäre, würde ich jetzt jedes Rennen gewinnen", sagte der Flachauer. "Man darf nicht alles an einem Rennen aufhängen. Der Aksel hatte eine super Saison, er war sehr gut in Form und hat das verdient für sich entschieden", meinte Giger.

Svindals erster Schritt

Der 23-jährige Svindal, der die Voraussetzungen und das Zeug zum Superstar hat, darf sich über die erste Trophäe freuen: "Ich bin total glücklich, das war heute der erste Schritt. Schnell sein, Rennen gewinnen - und dann gehe ich auf den Gesamtweltcup los", schickte das norwegische Kraftpaket gleich einmal eine Kampfansage in Richtung Konkurrenz.

Ende einer Serie

Für den ÖSV ging wieder eine stolze Serie zu Ende. Nachdem am Vortag der Erfolgslauf in der Abfahrt gerissen war (33 Rennen mit Podestplatz), war am Donnerstag erstmals seit 7. März 1996 in Kvitfjell kein ÖSV-Läufer auf dem Super-G-Podest zu finden.

Karriere-Ende für Kjus

Langweilig wurde den wenigen Zuschauern im Zielraum bei eisigem Wind nicht. Während "Elch" Lasse Kjus in seinem letzten Karriererennen mit einen "Retired"-Shirt und Skier, die sein Konterfei zeigten, als 13. in die wohl verdiente Pension fuhr und u.a. mit Fritz Strobl mit einem Bierchen gemütlich darauf anstieß, sah man auf der Videowall teils sehr artistische Einlagen der Rennläufer. Fünf der 25 Läufer kamen - allesamt aber sturzfrei - nicht in die Wertung, darunter Christoph Gruber und Gesamtweltcupsieger Benjamin Raich, der kurz vor dem nun beruhigten Sprung an einem Tor vorbeifuhr.

Raich ein wenig benachteiligt

Der Pitztaler hatte wegen fehlenden Materials die Abfahrt auslassen müssen und ging erstmals über die Strecke. "Das war sicher ein Nachteil heute. Es ist eine sehr schöne Strecke, aber du musst immer auf Richtung gehen. Der Wind war bei mir kein Problem." Zweitbester Österreicher wurde Stephan Görgl als Fünfter ("Ich habe mich sehr gefreut beim Abschwingen, den Sprung bin ich gerade noch gestanden"), Hannes Reichelt wurde Neunter, Matthias Lanzinger Zwölfter und Rainer Schönfelder 14..

Ein seltenes Bild zeigte Seite zwei der kurzen Ergebnisliste mit vier ÖSV-Läufern am Ende des Feldes: Andreas Schifferer landete auf Rang 17, Fritz Strobl auf 18, Junioren-Weltmeister Michael Sablatnik wurde 19. und damit noch nicht Letzter. Diesen Rang nahm Abfahrts-Weltcupsieger Michael Walchhofer mit 4,34 Sekunden Rückstand ein. (APA)

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    Lächerliche neun Hundertstel Sekunden entschieden schlussendlich gegen Hermann Maier (li) und für Aksel Lund Svindal.

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    Gemütlicher Karriere-Ausklang für den Norweger Lasse Kjus (li/NOR), mit dabei Kollege Kjetil Andre Aamodt und Fritz Strobl (re)

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