AT&S erwartet 2006/07 Umsatzwachstum von 20 Prozent

30. März 2006, 19:39
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Vorgaben für das laufende Geschäftsjahr werden beibehalten

Wien - Der steirische Leiterplattenhersteller AT&S erwartet für das Wirtschaftsjahr 2006/07 (April 2006) ein Umsatzplus von 20 Prozent auf 455 Millionen Euro und ein konstantes Ergebnis von 1,10 Euro pro Aktie. Für das Jahr 2007/08 schätzt das Management einen Umsatz von rund 550 Millionen Euro (+22%) und ein Ergebnis pro Aktie von 1,40 Euro (+27%). Für das laufende Geschäftsjahr wird die Umsatzvorgabe (rund 375 Mio. oder +13%) sowie die EPS-Vorgabe (1,10 Euro pro Aktie) beibehalten, teilten die Steirer am Donnerstag ad hoc mit.

Erfolge für Sparte Telekommunikation

Als Gründe für die positiven Annahmen nannte das börsenotierte Unternehmen den Erfolg im Bereich Telekommunikation, in dem 65 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet werden, sowie die rasche Inbetriebnahme des zweiten Werks in Shanghai. "Dieser beschleunigte Ramp-up Plan bringt einerseits neue Kapazitäten früher auf den Markt, er bedeutet andererseits jedoch auch, ein Vorziehen beziehungsweise eine Konzentration der Start-up Kosten. Diese werden dementsprechend im ersten Halbjahr 2006/07 beziehungsweise bereits im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres zu einer Ergebnisschmälerung auf Ebit Basis führen", hieß es.

Durch einen "deutlich positiven Steuerbeitrag" im vierten Quartal des laufenden Geschäftsjahres werde das prognostizierte Ergebnis nach Steuern 2005/06 dennoch erreicht werden. Im kommenden Geschäftsjahr rechnet das Management im ersten Halbjahr mit niedrigen einstelligen Ebit-Margen die im zweiten Halbjahr durch die positiven Beiträge aus dem zweiten Werk in Shanghai sowie aus der koreanischen Tofic deutlich ansteigen sollen.

Für das zweite Halbjahr sei eine Ebit-Marge von neun bis zehn Prozent das realistische Ziel. "Dadurch wird die Umsatz und Ergebnisentwicklung im kommenden Jahr zwischen erstem und zweitem Halbjahr einen deutlich dynamischeren Anstieg verzeichnen als in 'normalen' Geschäftsjahren, hieß es von AT&S.

Massenproduktion in Shanghai

AT&S will in seiner großen, zweiten Leiterplattenfabrik in Shanghai schneller als bisher erwartet die Massenproduktion starten und rechnet damit aber auch mit höheren Kosten und damit einer stärkeren Belastung der Gewinne in der ersten Hälfte des nächsten Geschäftsjahres (per 31. März). "Wir wollen die zweite Linie um zweieinhalb Monate früher in die Volumsproduktion bringen und mit der dritten Linie um ein halbes Jahr früher online gehen", sagte AT&S-Sprecher René Berger am Donnerstag.

Durch die vorgezogenen Investitionen werde die operative Marge im ersten Halbjahr 2006/05 (Ebit/Umsatz) "in die Gegend von um die vier Prozent sinken", im zweiten Halbjahr aber wieder das gewohnte Level von neun bis zehn Prozent erreichen. Über das Gesamtjahr 2006/07 rechnet AT&S mit einem stagnierenden Gewinn pro Aktie auf dem erwarteten Niveau von 2005/06 (1,10 Euro), aber eben mit einem wesentlich höheren Umsatzwachstum als bisher von den Analysten erwartet. Diese haben im Schnitt bisher für 2006/07 einen Gewinn pro Aktie von durchschnittlich 1,28 Euro und einen Umsatz von 413 Millionen Euro gesehen.

Wachstumsmotor Korea

Wachstumstreiber soll neben Shanghai II die kürzlich erworbene koreanische Tofic, eine Fabrik für flexible Leiterplatten sein. Die Tofic soll im kommenden Geschäftsjahr etwa 40 Millionen Dollar (32 Mio. Euro) Umsatz beisteuern. Man gehe nach wie vor davon aus, dass die Integration der Tofic 2006/07 "ergebnisneutral" erfolgen werde, sagte Berger. 2007/08 sollen Shanghai II und Tofic dann einen Ergebnissprung auf 1,40 Euro pro Aktie bringen.

Der Aktienmarkt reagierte zunächst kaum auf die Ankündigung. Das in Frankfurt notierte Papier sank bis gegen 10.30 um 0,5 Prozent auf 16.67 Euro. (APA)

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