Innenminister nach Indio-Protesten zurückgetreten

17. März 2006, 13:05
posten

Castillo hatte vor "weiterem Putsch" gewarnt

Quito - Angesichts ausgeweiteter Proteste von Indigenas gegen den Beitritt zu einer von den USA gewünschten Freihandelszone ist am Mittwoch der ecuadorianische Innenminister Alfredo Castillo zurückgetreten. Die am Montag begonnenen Proteste hatten sich bis dahin vom Hochland bis zu den Ölfeldern im Südosten ausgeweitet, wo die Polizei mit Gewalt gegen Demonstranten vorging, die mehr Investitionen in öffentliche Projekte forderten.

Castillo hatte noch am Dienstag davor gewarnt, eine landesweite Protestbewegung könnte zu einem "weiteren Putsch" führen. Regierungssprecher Enrique Proano teilte auf einer Pressekonferenz in Quito mit, Präsident Alfredo Palacio informiere hinter verschlossenen Türen Parlamentspräsident Wilfrido Lucero und den Präsidenten des Verfassungsgerichts, Jaime Velasco, "über die Lage der Nation und der Bedrohung für die Institutionen Ecuadors".

Zu den Indigena-Protesten hatte das Bündnis von "Eingeborenen Nationalitäten" in Ecuador, aufgerufen. Es hat unter anderem die Regierung aufgefordert, die an das US-Unternehmen Occidental Petroleum erteilte Ölförderlizenz zu widerrufen. Proano sagte dazu, darüber und den Abbruch der Verhandlungen über eine Freihandelszone lohne es sich nicht nachzudenken. "Es sieht so aus, als ob sie an einer Destabilisierung der Demokratie interessiert sind", sagte der Regierungssprecher. (APA/AP)

Share if you care.