Rehn: Balkanländern brauchen glaubwürdige Perspekive

23. März 2006, 19:18
2 Postings

Erweiterungskommissar warnte davor, ausgestreckte Hände zurückzuziehen - Plassnik warnt vor "ungedeckten Schecks"

Straßburg - Erweiterungskommissar Olli Rehn hat die EU ermahnt, den Ländern des westlichen Balkans eine "glaubwürdige Perspektive" für einen späteren Beitritt zu geben. "Wir dürfen nicht jetzt mit einer Hand zurücknehmen, was wir mit der anderen bereits gegeben haben", sagte der Finne am Mittwoch vor dem Europaparlament in Straßburg.

Zwar müsse die Geschwindigkeit künftiger Erweiterungen die Aufnahmefähigkeit der EU berücksichtigen. Doch letztlich sei es im strategischen Interessen der EU, nach der Wiedervereinigung von Ost- und Westeuropa nun eine Wiedervereinigung mit dem Südosten des Kontinents anzustreben. Eine echte EU-Beitrittsperspektive sei wesentlich für die Stabilität auf dem Balkan.

Die österreichische Außenministerin Ursula Plassnik sagte, die Aussicht auf eine EU-Mitgliedschaft müsse zwar als "Fernziel" bestehen bleiben. Allerdings müsse die Aufnahmefähigkeit der EU bei der Erweiterungsdiskussion "stärker in die Bewusstseinsskala aller" gerückt werden. "Wir dürfen keine ungedeckten Schecks ausstellen". Das Europaparlament will morgigen Donnerstag über Einführung eines "Zwischenschritts" unterhalb der Vollmitgliedschaft für Kandidatenländer beraten. (APA)

Share if you care.