24 Flüchtlinge vor Kanaren ertrunken

17. März 2006, 14:00
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400 Einwanderer aufgegriffen - EU und Spanien schicken Delegation nach Mauretanien

Madrid/Brüssel - Bei einem Flüchtlingsdrama vor den Kanarischen Inseln sind mindestens 24 Menschen ertrunken. Ihre Leichen wurden von einem spanischen Hospitalschiff 110 Kilometer von der mauretanischen Küste entfernt geborgen, wie spanische Behörden am Mittwoch mitteilten. Von ihrem Boot fehlte jede Spur. Zuvor waren nach Polizeiangaben rund 400 afrikanische Flüchtlinge in neun überfüllten Booten auf dem Weg zu den Kanaren aufgegriffen worden - so viele wie noch nie zuvor an einem einzigen Tag.

Nach Angaben der EU-Kommission in Brüssel stammen die meisten der Flüchtlinge aus Mauretanien. Deshalb werde ein ranghoher Vertreter der Behörde zusammen mit dem spanischen Außenminister Miguel Angel Moratinos am (morgigen) Donnerstag nach Mauretanien reisen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen. Dies habe EU-Justizkommissar Franco Frattini entschieden, sagte dessen Sprecher Friso Roscam Abbing.

UNO-Migrationskonferenz in Brüssel

Die illegale Einwanderung war auch Thema einer UNO-Migrationskonferenz am Mittwoch in Brüssel. Vertreter afrikanischer Staaten wiesen darauf hin, dass die Auswanderung nach Europa für den Kontinent wegen zunehmend fehlender qualifizierter Arbeitskräfte fatale Folgen habe. "Für uns ist die Migration ein ernsthaftes Problem", sagte der ghanaische Innenminister Papa Owusu-Ankomah. Der Westen müsse helfen, dass etwa Ärzte in ihren Heimatländern blieben und nicht wegen einer besseren Bezahlung nach Europa auswanderten.

Viele der vom Hospitalschiff tot geborgenen Flüchtlinge trugen Schwimmwesten und Segelkleidung, teilte das Madrider Arbeitsministerium mit. Bei einem Toten sei ein GPS-Navigationssystem gefunden worden. (APA/AP)

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