Konstituierende Sitzung des Parlaments

16. März 2006, 08:56
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Deswegen haben die USA rund 650 zusätzliche Soldaten entsendet - Zwei Monate nach den Wahlen weiter keine Einigung über künftige Regierung

Washington/Bagdad - Zwei Monate nach der Parlamentswahl im Irak kommt das Parlament am Donnerstag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Dabei sollen die 128 neu gewählten Abgeordneten ihren Eid leisten. Es wird erwartet, dass anschließend der sunnitische Alterspräsident Adnan Pachachi die Arbeit der Parlamentarier aussetzt, bis eine Einigung über die künftige Regierung gefunden ist.

Bei der Parlamentswahl hatte die schiitische Vereinigte Irakische Allianz gesiegt. Eine Wiederwahl des jetzigen Regierungschefs Ibrahim al-Jaafari lehnen vor allem Kurden und Sunniten ab. In den Ministerien und Behörden soll am Donnerstag nicht gearbeitet werden. Aus Sicherheitsgründen sollen zudem die Bagdader Straßen bis Donnerstagnachmittag für den Autoverkehr gesperrt sein. Zusätzliche US-Soldaten vor Parlamentssitzung in Irak entsandt Von Kuwait nach Bagdad verlegt

USA entsendete zusätzliche Soldaten

Vor der konstituierenden Sitzung des irakischen Parlaments haben die USA rund 650 zusätzliche Soldaten in den Golfstaat beordert. Es handle sich um Streitkräfte einer in Kuwait stationierten Einheit, teilte das US-Militär am Mittwoch mit. Sie sollten während der Phase der Regierungsbildung und einem anstehenden schiitischen Religionsfest für noch mehr Sicherheit im Irak sorgen.

Den Angaben nach wurden die Soldaten in den Raum Bagdad geschickt, wo sie mit den einheimischen Truppen zusammenarbeiten sollen. Einem US-Armeevertreter zufolge - der namentlich nicht genannt werden wollte - werden sich die zusätzlichen Streitkräfte etwa 30 bis 45 Tage im Irak aufhalten.

Die USA drängen darauf, dass die erste Regierung mit einer vollen Legislaturperiode nach dem Sturz Saddam Husseins eine Regierung der "nationalen Einheit" wird und die Rivalitäten zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden beendet. Vor allem Sunniten werden für zahlreiche Anschläge in dem Land verantwortlich gemacht. (APA/Reuters)

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