Konferenz erörtert osmanische Massaker an Armeniern

31. März 2006, 16:33
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Einziger nicht-türkischer Teilnehmer, armenischstämmiger Historiker Sarafian sprach von Genozid und forderte vorbehaltlose Auseinandersetzung

Ungewöhnliche Diskussion mit ausländischen Experten

Istanbul - An der Universität Istanbul hat am Mittwoch eine dreitägige Konferenz zu den Massakern an Armeniern in den Jahren 1915 bis 1917 begonnen. Die Tagung wird von türkischen Historikern ausgerichtet, die in Abrede stellen, dass das Osmanische Reich einen geplanten Völkermord an der armenischen Volksgruppe verübt habe.

Einer der wenigen nicht-türkischen Teilnehmer, der armenischstämmige britische Historiker Ara Sarafian, sprach von einem "wichtigen ersten Schritt", auch wenn die Positionen weit auseinander lägen. Der israelische Forscher sprach am ersten Konferenztag von einem Genozid und forderte die Türken auf, sich vorbehaltlos mit ihrer Vergangenheit auseinanderzusetzen.

Armenien wirft dem Osmanischen Reich als Vorläufer der Türkei vor, 1,5 Millionen Armenier bei Vertreibungen gezielt ermordet zu haben und fordert die Anerkennung als Völkermord. Ankara hat bisher lediglich eingeräumt, dass damals mindestens 300.000 Armenier ermordet wurden. Den Vorwurf des Völkermords weist die türkische Seite entschieden zurück. (APA)

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