DuPont streicht 1.500 Stellen

15. März 2006, 19:57
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Der US-Chemiekonzern DuPont schließt vier europäische Standorte seiner Lack- und Beschichtungssparte, darunter auch ein Forschungslabor des ehemaligen VW-Lackelieferanten in Helmstedt

Wilmington - Der amerikanische Chemiekonzern DuPont will mehrere Labors und Produktionsstätten seiner Hochleistungs-Farbsparte schließen. Es sollen insgesamt 1.500 Stellen gestrichen werden, die meisten davon in Europa. Dies gab DuPont am Mittwoch bekannt.

In Deutschland wird nach Angaben eines Sprechers das Hellac-Labor in Helmstedt geschlossen, in dem nach Darstellung 35 bis 40 Menschen arbeiteten. Weltweit beschäftigt der Chemieriese nach eigenen Angaben rund 60.000.

Die Sparte liefert Farben und Lacke für die Autoindustrie und für industrielle Zwecke. DuPont hatte im Februar bereits die Schließung eines Labors in Troy (US-Bundesstaat Michigan) mit 200 Beschäftigten angekündigt.

Spanien und Niederlande

Nun sollen auch Produktionsbetriebe in Rubi und Polinya in Spanien sowie im niederländischen Breda stillgelegt werden. Betroffen sind neben der Produktion auch Verkauf und Verwaltung. Möglichst viele der Betroffenen sollen den Angaben zufolge in anderen Geschäftsbereichen untergebracht werden. Die Neuordnung solle künftig profitables Wachstum ermöglichen, erklärte Konzernchef Charles O. Holliday. DuPont will künftig in schneller wachsenden Geschäftsbereichen und Regionen expandieren, etwa in China, Japan, Brasilien und Mexiko.

DuPont bezifferte die jährlichen Ersparnisse durch die Kürzungen auf 165 Millionen Dollar (137,2 Mio. Euro). Die einmaligen Restrukturierungskosten belaufen sich ebenfalls auf 165 Millionen Dollar vor Steuern. Dazu kommen weitere Kosten von bis zu 55 Millionen Dollar in den kommenden zwölf Monaten. Die Sonderbelastungen sollen im ersten Quartal 2006 verbucht werden.

Die Gesellschaft (Wilmington/Delaware) erhöhte zugleich die Gewinnprognose für das erste Quartal dieses Jahres von 70 auf 80 Cent je Aktie und des Jahresgewinns von 2,60 auf 2,70 Dollar bekannt. Das Unternehmen begründete die höheren Gewinnerwartungen mit den verbesserten operativen Leistungen vieler DuPont-Sparten. (APA/dpa)

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