Marmor, Stein und Barbie-Puppen

25. Oktober 2006, 17:02
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Gabriele Stuhlberger leitet seit sechs Jahren den Wiener Steinmetz­betrieb Miromentwerk - Zehn Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen

Wien – Schon als Kind, erzählt Steinmetzmeisterin Gabriele Stuhlberger, hätte sie sich mehr für bunte Steine als für Barbie-Puppen begeistern können.

Aus dem Puppenalter ist die Unternehmerin mittlerweile naturgemäß herausgewachsen, bei den Steinen ist sie aber geblieben. Stuhlberger leitet seit sechs Jahren den Wiener Steinmetzbetrieb Miromentwerk. Ihr Großvater Hans Stuhlberger gründete 1925 den auf Terrazzofußböden spezialisierten kleinen Familienbetrieb.

Zehn Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Der Umsatz betrug 2004 laut Firmenbuch rund 700.000 Euro, 2005 "konnten wir uns leicht steigern", sagt Stuhlberger und will nicht näher über die wirtschaftlichen Verhältnisse des Betriebes Auskunft geben.

Stolz auf Kunden

Stolz ist man im Miromentwerk allerdings auf seine Referenzkunden: In der Secession, dem MAK, dem Parlament oder Schönbrunn wurden Terrazzofußböden nach alter Tradition verlegt. Im jüngst fertig gestellten Palais Epstein hat man die neuen Terrazzoböden mit über 8100 Stück einzeln eingelegten schwarzen und weißen Marmorplättchen verziert, im Parlament 600 Quadratmeter Terrazzofußböden mit Kieselsteinen aus Carrara-Marmor. Zwei große Bauvorhaben laufen derzeit, "über die darf ich aber aus vertraglichen Gründen nicht reden", sagt die Ingenieurin.

Über ihre tägliche Arbeit spricht sie hingegen gerne: "Die Herstellungsweise der Terrazzofußböden ist auch heute noch großteils eine richtige Handarbeit, also ein Handwerk im wahrsten Sinne des Wortes", sagt Stuhlberger. Und das sei es, was sie an ihrem Beruf am meisten interessiere.

Ihr Betrieb nimmt an öffentlichen Ausschreibungen teil und zieht so Aufträge an Land. Auch über mündliche Weiterempfehlung dürfe sie sich mittlerweile freuen, meint die Steinmetzmeisterin.

Als Frau in einem doch männerdominierten Job hätte sie keine Probleme, denn "es kommt ja nur da^rauf an, ob man in seinem Beruf kompetent ist, und nicht, ob man als Mann oder als Frau geboren wurde". (Barbara Forstner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.2.2006)

  • Steinboden im Parlament
    foto: der standard

    Steinboden im Parlament

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