Alle ausländischen Geiseln wieder frei

16. März 2006, 22:29
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Palästinenser lassen nach Eskalation der Gewalt alle Geiseln frei Berlin und Paris rufen zur Ruhe auf

Gaza/New York/Berlin - Militante Palästinenser haben einen Tag nach dem israelischen Angriff auf ein Gefängnis in Jericho alle aus Protest als Geiseln genommenen Ausländer freigelassen. Die letzten vier von elf Verschleppten seien am Mittwoch im Gazastreifen auf freien Fuß gekommen, teilte die palästinensische Polizei mit. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas kehrte nach Abbruch seiner Europareise in Westjordanland zurück und kritisierte den israelischen Militäreinsatz scharf. Der UN-Sicherheitsrat in New York ermahnte beide Seiten zur Ruhe.

Erleichterung über Freilassung

Die deutsche Regierung beobachte mit großer Sorge, dass in den Palästinensergebieten am Wiederaufbau beteiligte EU-Bürger als Geiseln genommen worden seien, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger, am Mittwoch in Berlin. Die Regierung sei erleichtert, dass die Geiselnahmen offenbar beendet seien. Die Regierung stehe im ständigen Kontakt mit ihrem Konsulat in Ramallah. Sie appelliere an beide Seiten, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und den Schutz der europäischen Staatsangehörigen zu gewährleisten. Es dürfe nicht "zur weiteren Eskalation und Zuspitzung einer ohnehin angespannten Lage im Nahen Osten" kommen.

Auch der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy rief zu Zurückhaltung und Ruhe auf. "Die Lage in den palästinensischen Gebieten darf nicht aus den Fugen geraten", sagte Douste-Blazy in Paris. Es sei im Interesse der Israelis wie der Palästinenser, "dass in den (palästinensischen) Gebieten ein Klima des Friedens und der Stabilität wiederhergestellt wird." (APA/dpa/Reuters)

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