Gentech-Nahrung: Brasilien will mit gutem Beispiel voran gehen

22. März 2006, 14:27
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Land für Kennzeichnung entsprechender Lebensmittel - USA, Argentinien und Kanada dagegen

Rio de Janeiro - Brasilien dringt auf eine internationale Kennzeichnung von Gentech-Nahrung zum Schutz der Verbraucher. Der südamerikanische Staat, einer der größten Produzenten von gentechnisch veränderten Pflanzen und Lebensmitteln, will in Zukunft solche Produkte verbindlich auf der Verpackung kennzeichnen. Das sieht ein von Präsident Luiz Inacio "Lula" da Silva unterstützter Vorschlag vor, den das Land am Dienstag vorlegte.

Andere große Produzenten wie die USA, Argentinien und Kanada lehnen dies ab. Die Pläne werden bis Freitag von den Vertretern von 132 Staaten beraten, die sich im Rahmen des UN-Cartagena-Protokolls zum Schutz vor gentechnisch veränderten Organismen auf einer Konferenz in Curitiba treffen.

Der von Brasilien vorgeschlagene Kompromiss soll die Interessen von Industrie und Verbrauchern in Einklang bringen: Langfristig sollen Produkte demnach mit dem Hinweis "enthält gentechnisch veränderte Organismen" gekennzeichnet werden. In einer vierjährigen Übergangsphase soll die Kennzeichnung dagegen lauten: "Könnte gentechnisch veränderte Organismen enthalten", um den Herstellern den aufwändigen Nachweis zu ersparen.(APA)

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