Herren-Super G-Kugel heiß umkämpft

16. März 2006, 10:54
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Nicht weniger als acht Fahrer kämpfen um Kristall - Maier als Führender ins Finale, doch Topfavorit ist Axel Lund Svindal

Aare - Fünf Saisonrennen, fünf verschiedene Sieger. Und acht Rennläufer mit der theoretischen Chance auf den Disziplinensieg. Die kleine Kristallkugel für den Super-G-Weltcup ist wahrhaft heftig umstritten. Hermann Maier geht als Führender in das letzte Saisonrennen am Donnerstag in Aare, neben drei Österreichern (Grugger fehlt nach Operation) rittern noch zwei Norweger, ein Kanadier, ein US-Amerikaner und ein Schweizer um den Hauptgewinn. Der Norweger Aksel Lund Svindal schlüpfte mit dem Abfahrtssieg von Mittwoch in die Favoritenrolle.

Nur acht Punkte vor Svindal

Maier hat mit 232 Zählern gerade einmal acht Punkte Vorsprung auf Svindal (224) und elf auf seinen Landsmann Hannes Reichelt (221). Es folgen Erik Guay (CAN/204), Kjetil-Andre Aamodt (NOR/191), Daron Rahlves (USA/189), Ambrosi Hoffmann (SUI/165), Christoph Gruber (AUT/147) und Johann Grugger (AUT/133). Für Gröden-Sieger Grugger ist die Saison aber seit seinem schweren Sturz in der Weltcup-Abfahrt in Bormio (Hüftluxation) vorbei. Es bleiben also acht Kontrahenten übrig.

Die Herren sind seit 29. Jänner keinen Weltcup-Super G mehr gefahren, in der Olympia-Generalprobe in Garmisch siegte Gruber vor dem US-Amerikaner Scott Macartney und Aamodt. In Sestriere wurde Aamodt vor Maier und Hoffmann Olympiasieger. Der Flachauer Maier hat in seiner Paradedisziplin bereits fünf Kristallkugeln geholt, dieses und das Ranking der erfolgreichsten Super-G-Fahrer im Weltcup (23 Siege) führt der "Mr. Super G" an.

Svindal Topfavorit

Im Vorjahr musste Maier dem US-Amerikaner Bode Miller den Vortritt lassen, der entthronte Gesamtweltcupsieger ging bei Olympia leer aus und spielte in diesem Winter auch im Kugelkampf keine Rolle. Maier macht sich nach Platz 14 in der Abfahrt am Mittwoch keine Hoffnungen mehr auf den Hauptgewinn: "Das heißt nichts Gutes für morgen. Aber ich brauche keine Kugel mehr, um zu zeigen, dass ich ein guter Skifahrer bin", sagte der Gewinner von 14 Kristallkugeln. "Auf ein Rennen kommt es nicht an, da hätte schon früher in der Saison was passieren müssen. Svindal ist nun der Topfavorit."

Für den Norweger, der seit Mittwoch zwei Weltcupsiege auf dem Konto hat (zuvor nur im Super G in dieser Saison in Lake Louise siegreich), wird das Donnerstagrennen ein entscheidendes. "Ich hoffe, ich bin morgen auch wieder schnell. Ich will den Titel holen. Ich denke, wer morgen gewinnt, dem gehört auch die Kugel", sagte der 23-Jährige, der auf dem Weg zu einer von vielen prophezeiten großen Karriere seine erste Kristallkugel holen könnte. "Er hatte am Anfang der Saison Aufwind, dann lange nichts gezeigt, auch nicht bei Olympia. Aber jeder hat ein anderes Ziel", so Maier, dessen Hauptaugenmerk in diesem Winter auf Olympia lag.

Neben Hannes Reichelt hat aus österreichischer Sicht noch Gruber eine theoretische Chance auf den Disziplinensieg: "Da rechne ich mir nichts aus. Ich will nur einen guten Lauf haben und unter die ersten zehn kommen", sagte der 29-jährige Tiroler. (APA)

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