Mazedonien verkauft Stromverteiler ESM - EVN interessiert

15. März 2006, 17:18
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Angebote für 90 Prozent an ESM bis heute 16 Uhr - Entscheidung über Käufer möglicherweise schon morgen - Kolportierter Kaufpreis bis zu 180 Millionen Euro

Skopje/Wien - Die mazedonische Regierung verkauft 90 Prozent der Anteile am staatlichen Stromverteiler ESM Distribucija (Elektrostopanstvo na Makedonija). Die Frist für verbindliche Angebote endet heute, Mittwoch, um 16 Uhr. Unter den Interessenten ist auch der niederösterreichische Energieversorger EVN. Welche der vier genannten Interessenten - neben EVN auch die RWE, Enel und CEZ - tatsächlich ein Angebot abgeben werden, bleibt bis zuletzt unklar.

Nach Berichten verschiedener lokaler Tageszeitungen könnte die Regierung in Skopje bereits morgen ihre Entscheidung über den Käufer der ESM bekannt geben - ausschlaggebend soll vor allem der Kaufpreis sein, der sich nach Angaben aus Regierungskreisen zwischen 100 und 180 Mio. Euro bewegen dürfte. Wenn alles glatt geht, könnte der Kaufvertrag bereits am Freitag unterzeichnet werden, war aus mit der Privatisierung vertrauten Kreisen zu erfahren.

EBRD mit Vorkaufsrecht

Die Europäische Entwicklungsbank (EBRD) hat ein Vorkaufsrecht auf 19 Prozent der ESM-Anteile, das sie wahrscheinlich auch ausüben wird. Dem Käufer würde daher eine 71-Prozent-Mehrheit bleiben.

Über die Details der Angebote wurde Stillschweigen vereinbart, dem Vernehmen nach muss sich der Käufer jedoch verpflichten, in den kommenden drei Jahren rund 42 Mio. Euro in ESM zu investieren und die kollektivvertraglichen Vereinbarungen zu akzeptieren.

Kurz vor Beginn des Privatisierungsprozesses hatte die mazedonische Regierung die ESM in drei Unternehmen geteilt: ESM Distribucija (Stromverteilung), ESM MEPSO (Energieübertragung) und ESM ELEM (Energieerzeugung). ESM Distribucija versorgt flächendeckend rund 700.000 Kunden mit Strom und besitzt mehrere kleine Wasserkraftwerke. Nach den Wahlen 2007 ist die Privatisierung der ESM ELEM geplant. (APA)

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