Comeback des Dirndls

27. März 2006, 16:11
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Friederike Weitzer untersuchte die Neuschöpfungen steirischer Frauentrachten der vergangenen zehn Jahre

Graz - Einfach in der Nähweise, vielseitig in der Tragbarkeit und attraktiv für junge Frauen und Mädchen - diese Faktoren seien ausschlaggebend für die aktuelle steirische Frauentracht. Das ergab eine Untersuchung der Grazerin Friederike Weitzer, die sich im Zuge ihrer Diplomarbeit am Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Uni Graz mit den Erneuerungswellen der steirischen Trachten der vergangenen zehn Jahren beschäftigte.

"Seit dem Jahr 2000 gibt es wieder ein verstärktes Interesse an Neuschöpfungen steirischer Trachten", so Friederike Weitzer. 79 neue Kreationen von 1995 bis 2005 - davon 44 anerkannt vom Steirischen Heimatwerk - hat die Grazerin in ihrer Arbeit untersucht. Nicht nur für kleine Gemeinden, auch für große Regionen habe die Tracht eine identitätsstiftende Funktion.

Hochschwab- und Lipizzaner-Dirndl

Die Entstehung einer neuen Tracht geschehe nicht nur mit Hilfe des Heimatwerks, so Weitzer. "Auch als Eigeninitiative von Frauen, die stark in das Gemeindeleben eingebunden sind, wie Mitglieder von Bäuerinnenorganisationen oder Gemeinderätinnen." Dabei werde es immer schwieriger, neue Varianten zu kreieren, die den Kriterien einer steirischen Tracht entsprechen, aber trotzdem genügend eigene Merkmale aufweisen, um Identität zu schaffen, erklärte die Grazerin. "Also entstanden Typen, die sich bewusst abheben, wie 2003 das vom Heimatwerk nicht anerkannte Hochschwab-Dirndl mit dem zweireihigen Verschluss oder das sehr bekannte Lipizzaner-Dirndl in den späten 90er Jahren."

Auch ein "gesunder kommerzieller Gedanke" - wie beim oststeirischen Vulkanland-Dirndl der Firma "Mode & Tracht Hiebaum" - sei für Neuschöpfungen verantwortlich. Auf Grundlage des steirischen Leibkittels gehen neue Trachtentypen auf regionale Besonderheiten, Produkte oder Symbole ein. So finden sich Farben der Ortswappen, örtlich wachsende Blumen oder Obst auf den Trachtenstoffen wieder, wie das Apfelland-Dirndl oder das Schilchermarkt-Dirndl zeigen.

Grundsätzlich herrscht große Motivation, auch junge Frauen und Mädchen zum Tragen einer Tracht zu bewegen: "Um einen Jugendbezug herzustellen, entwirft man zum Dirndl eine Kollektion." So seien zum Lipizzaner-Dirndl zweiteiliger Kleider und Kostüme entstanden, die mit anderen Kleidungsstücken wie Jeans variiert werden können. (APA)

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    Seit dem Jahr 2000 soll es wieder ein verstärktes Interesse an Neuschöpfungen steirischer Trachten geben.

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