Champions League das große Ziel

15. März 2006, 17:19
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Martin Stranzl ist überzeugt mit Spartak in der Königsklasse zu spielen - "Teamchef hat mir zum Wechsel gratuliert" - Interview:

Wien - Der Burgenländer Martin Stranzl avancierte am Dienstag mit seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zum russischen Vizemeister Spartak Moskau zum teuersten österreichischen Fußballer aller Zeiten. Kolportierte 4,5 Millionen Euro ließ sich der Ex-Klub von Emanuel Pogatetz die Dienste des ÖFB-Teamspielers kosten, der im Sommer 2004 von 1860 München nach Stuttgart gekommen war und für Spartak einen Dreijahresvertrag unterschrieb.

Im Gespräch formuliert Stranzl seine internationalen Ziele mit dem populären russischen Hauptstadt-Klub, der dem 25-Jährigen zu seinem Champions League-Debüt verhelfen soll.

Der Wechsel zu Spartak ist nun im zweiten Anlauf perfekt gemacht worden. Worin bestehen Herausforderung und Reiz der neuen Aufgabe?
Stranzl: "In Moskau habe ich die Möglichkeit, mit Spartak international zu spielen. Ich gehe natürlich davon aus, dass wir die Qualifikation für die Champions League schaffen. Insofern ist es in erster Linie eine große sportliche Herausforderung für mich. Neben dem Sportlichen, das passen muss und auch passt, ist natürlich auch das Kennenlernen eines neuen Landes und einer neuen Kultur reizvoll. Die erste Herausforderung wird sein, mich schnell einzuleben."

In der Winterpause ist der Transfer noch an Stuttgart gescheitert. Wie ist es nun zur Einigung gekommen und wie sind die vergangene Tage verlaufen?
Stranzl: "Den ersten Kontakt gab es schon Ende Dezember. Spartak Moskau wollte mich unbedingt haben. Stuttgart wollte mich aber, vor allem wegen der Doppel-Belastung mit Meisterschaft und UEFA-Cup, nicht gehen lassen. Diese Doppel-Belastung ist durch das UEFA-Cup-Ausscheiden (gegen Middlesbrough/Anmerkung) nun weggefallen. Für mich war ausschlaggebend, dass mich Spartak unbedingt wollte und ich auf meiner angestammten Position (Abwehrzentrum/Anmerkung) spielen kann. Am Montag habe ich die sportmedizinischen Tests absolviert, während die Klubs verhandelten.

Haben Sie den Kontakt mit Emanuel Pogatetz gesucht, hat er Ihnen Spartak Moskau schmackhaft gemacht?
Stranzl: "Wir haben schon damals, als er für Spartak spielte, über den Klub und die russische Meisterschaft gesprochen. Ihm hat es dort sehr gut gefallen und er hat mit erzählt, dass die Liga viel stärker ist, als alle sagen."

Was sagt Teamchef Josef Hickersberger zum Wechsel?
Stranzl: "Er hat mir dazu gratuliert."

Wie beurteilen Sie im Rückblick Ihre Zeit in Stuttgart?
Stranzl: "Ich war fast zwei Jahre in Stuttgart und habe mich immer sehr wohl gefühlt. In der ersten Saison habe ich sicher meine bisher beste Saison gespielt, auch weil ich hauptsächlich in der Innenverteidigung zum Einsatz kam. Mit dem Trainerwechsel (Giovanni Trapattoni für Matthias Sammer/Anmerkung) ist es dann schwieriger geworden, weil der neue Trainer andere Vorstellungen hatte. Das letzte halbe Jahr war also eher schwierig, ich habe aber trotzdem regelmäßig gespielt."

Pogatetz wechselte von Spartak in die Premier League zu Middlesbrough. Gibt es bei Ihnen schon eine weitere Planung?
Stranzl: "Nein, absolut nicht. Ich habe einen Dreijahresvertrag unterschrieben und mit Spartak viel vor."

Wie geht es Ihnen gesundheitlich, wann lässt der Heilungsprozess nach dem Muskelfaserriss das Debüt für Spartak zu?
Stranzl: "Seit der letzten Woche habe ich wieder mit dem Ball und auch mit der Mannschaft trainiert. Da ich wegen der Visum-Formalitäten erst am Freitag nach Moskau fliegen werde, geht es sich bis Samstag (1. Runde/Anmerkung) aber sowieso nicht aus. Ein Einsatz am nächsten Wochenende in der zweiten Runde ist aber wahrscheinlich, da habe ich dann auch schon mit der Mannschaft trainiert." (APA)

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    Martin Stranzl freut sich auf eine neue Herausforderung.

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