Österreichs Beitrag zur Architektur-Biennale Venedig

15. März 2006, 14:01
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Kommissär Prix wird unter dem Motto "Raum - Form - Netz" Projekte von Kiesler, Hollein und Eichinger ausstellen

Wien - Ein "Widerspruch" zum Thema der heurigen Architektur-Biennale in Venedig, die von 10. September bis 19. November unter dem Motto "Meta-Cities" stattfinden wird, soll nach Wunsch des heurigen Kommissärs Wolf D. Prix der Österreich-Beitrag werden: In einem Themenpavillon zeigt Prix unter dem Titel "Raum - Form - Netz" Friedrich Kieslers "Raumstadt"-Entwurf, Hans Holleins Projekt "Flugzeugträger" und ein eigens kreiertes Netzwerkprojekt von Gregor Eichinger. In einem angemieteten weiteren Ausstellungsraum wird die Schau "Rock Over Barock" zu sehen sein.

Zelebrieren des Raumes

Mit dem Themenpavillon, bei dem "nicht die Namen der Architekten im Vordergrund stehen", will Prix die "Qualitäten der österreichischen Architekten" hervorheben, schilderte der Coop Himmelb(l)au-Architekt am Mittwoch bei einer Pressepräsentation. Nicht das Darstellen von Zusammenhängen anhand von Diagrammen, sondern das "Zelebrieren des Raumes ist die wirkliche Stärke der österreichischen Architekten". Bei dem "Kamikaze-Unternehmen" ("österreichische Entwürfe zu Metacities gibt es schon lange nicht mehr") soll der "Bogen von der Utopie zu realen Arbeiten" gezogen werden. Thematisiert werden soll nicht die Architektur als solche, sondern vielmehr interaktive Aspekte des urbanen Lebens.

Kunststaatssekretär Franz Morak (V) bezeichnete dies als "sehr, sehr spannendes Projekt" im Rahmen eines heurigen Architekturschwerpunktes. Prix' Architekturbüro "Coop Himmelb(l)au" sei eine "Triebfeder der österreichischen Architektur".

Analytische Ausrichtung und "Rock"-Satellit

Die angesichts des Themas offenbar analytisch ausgerichtete Architektur-Biennale kann "sehr sehr spannend - oder langweilig werden", so Prix. Der für die "Meta-Cities"-Schau verantwortliche Richard Burdett habe Wien nicht in die 23 Städte aufgenommen, die er näher beleuchten will. "Wir werden den ganz speziellen Hintergrund dieser Stadt vorstellen", kündigte nun Prix an, denn: "Die Visionen im Denken der österreichischen Architekten sollen endlich einmal gezeigt werden". Prix erwartet, dass dies "auf großen Widerspruch stoßen wird".

Die Satelliten-Schau "Rock Over Barock" war schon in der Galerie AEDES in Berlin gezeigt worden und ergänzt den Themenpavillon mit sieben jungen Architekten und zwei Studentenprojekten der Universität für Angewandte Kunst. (APA)

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    Architekt Wolf D. Prix

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