Pärson im Heimrennen nicht zu schlagen

25. März 2006, 18:51
7 Postings

Schwedin siegt vor Kildow und Görgl - Hosp Vierte - Dorfmeister Siebente - Kostelic in Gesamtwertung noch 154 Punkte vor Pärson

Aare - Die Schwedin Anja Pärson weiß, was sie ihren Fans in der Heimat schuldig ist. Mit ihrem Sieg am Mittwoch in der Abfahrt in Aare machte sie einerseits gute Werbung für die WM im kommenden Jahr an selber Stelle, andererseits hielt sie die Chance auf den Gesamtweltcupsieg am Leben.

Görgl, Hosp stark

Drei Rennen vor Ende hat sie den Rückstand auf die führende Kroatin Janica Kostelic, die auf einen Abfahrtstart verzichtete, auf 154 Punkte verringert. Abfahrtszweite wurde die US-Amerikanerin Lindsey Kildow (+0,30 Sek.). Starke Leistungen zeigten Elisabeth Görgl als Dritte (0,36) und Nicole Hosp als Vierte (0,38).

Nicht wunschgemäß verlief der Auftritt von Disziplinen-Siegerin Michaela Dorfmeister, die in ihrer letzten Karriere-Abfahrt auf Weltcup-Niveau nur an siebenter Stelle (+0,74 Sek.) landete. "Jeder hat mir gratuliert zum letzten Abfahrtsrennen, das hat mich nervös gemacht. Das verunsichert und stört die Konzentration. Ich hatte keinen Grund, aber damit habe ich mich rausgebracht, ich war nervöser als vor Olympia", war die Doppelgoldmedaillengewinnerin von Torino 2006 nicht zuletzt über sich selbst verärgert.

Görgl: "Nun kommt der Sommer,...

Grund zur Freude hatte die drittplatzierte Görgl, die zum zweiten Mal auf das Abfahrts-Podest fuhr (zuvor Dritte in Cortina): "Ich war schon oft nahe dran am Sieg, aber mit zu viel Druck geht es auch nicht. Irgendwann wird es passieren, es braucht Zeit. Ich bin zufrieden heute", sagte die Steirerin, die im kommenden Jahr das volle Programm fahren will: "Nun kommt der Sommer, ich habe Zeit zum Training. Mein Ziel ist es, in allen vier Disziplinen vorne mit dabei zu sein."

In diese Richtung marschiert auch Hosp, die als Vierte ihr bestes Karriere-Abfahrtsergebnis erzielte. Es war ihr sechster vierter Rang in diesem Winter (Weltcup und Olympia): "Aber das ist ein sensationeller vierter Platz. Ich bin super zufrieden", wollte sie vom Pech, das Stockerl wieder einmal knapp verpasst zu haben, nichts hören.

Pärson: "Ich hatte Spaß"

Siegerin Pärson hatte sich erst am Start dazu entschlossen, Spaß zu haben. "Ich war gestern und heute schlecht drauf. Doch dann sah ich die Sonne, die Piste und die Zuschauer und hab' mir gesagt: 'Hab' Spaß.' Und ich hatte Spaß!" Zur Situation im Gesamtweltcup meinte die Slalom-Olympiasiegerin: "Wenn ich es spannend halten kann, ist das schön, auch wegen der Leute hier. Aber Janica ist im Finale immer stark drauf. Wenn es sein will, will es sein, wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Ich bin Zweite, das zeigt, dass ich stark bin."

Nach der Saison wird Pärson eine Knieoperation nicht erspart bleiben, sie wird sich in Vail/Colorado einer genauen Untersuchung unterziehen. "Wir wissen noch nicht genau, was kaputt ist. Es kann der Meniskus sein", sagte die 24-Jährige, die am Mittwoch in der Abfahrt relativ schmerzfrei unterwegs war. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Dorfmeister war diesmal "nervöser als bei Olympia", die Kristallkugel für die beste Abfahrerin der Saison war ihr aber schon vor dem Saisonfinale gewiss.

Share if you care.