Stille Schönheit

11. März 2006, 17:41
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Die Johannesbachklamm: Felsentour, nicht nur für Klettermaxen

Nur vor Weihnachten, wenn der Advent mit einem Rummel gefeiert wird, geht es in der Johannesbachklamm hoch her. Musik, Feuerwerk und jede Art von Standeln locken Menschenmassen an, so dass der Platz zwischen den Felswänden kaum mehr ausreicht. Sonst aber ist es in der Klamm still, obgleich sie schon vor über hundert Jahren durch eine Steiganlage für den Tourismus erschlossen worden ist. Am Ende einer wenig anstrengenden, aber abwechslungsreichen Runde ist die Johannesbachklamm ein schöner Höhepunkt und wunderbarer Ausklang der Tour.

Die Wege durch die romantischen, von bizarren Felswänden begrenzten Schluchten sind immer noch ein beliebtes Ausflugsziel. Erst vor Kurzem hat der Österreichische Touristenklub eine kleine Broschüre "Klammen und Schluchten in Niederösterreich" (verfasst von Gerhard Schirmer und Walter Wenzel) herausgebracht, die großen Anklang findet - und in der natürlich auch die Johannesbachklamm angeführt ist.

Der Legende nach hat Maria auf ihrer Flucht nach Ägypten die Enge passiert und an der schmalsten Stelle ihren Fußabdruck hinterlassen. Eine Tafel weist auf den Platz hin. Dass es sich um einen Kolk handelt, der im Laufe der Jahrtausende vom Wasser ausgewaschen wurde, meinen nur Fantasielose und Banausen.

Hie und da fungieren die Felswände noch als Kletterschule, früher traf man die Kraxler wesentlich öfter an; es finden sich in der Klamm auch Hinweise auf Abgestürzte.

Die ehemalige Burg Schrattenstein ist urkundlich das erste Mal im Jahre 1072 urkundlich erwähnt. Man nimmt an, dass die Festung von den Türken zerstört wurde, nachdem sie durch mehrere Erdbeben Schaden genommen hatte. Ein Betreten der Ruine, die heute im Besitz der Stadt Wien ist, kann nicht empfohlen werden. Die Runde weist keine Schwierigkeiten auf, zur Zeit der Schneeschmelze allerdings können Teile des Weges überschwemmt sein.

Die Route

Vom Ortszentrum in Würflach steigt man zum Terrassenbad an und folgt dann der gelben Markierung bis zum Roten Kreuz und zum Lärbaumkreuz, das man nach 1,5 Stunden erreicht. Auf der roten Markierung geht es durch eine Enge unterhalb der Ruine Schrattenstein hinab ins Tal nach Schrattenbach und Greith. Dort wählt man den rot markierten Fahrweg, der talauswärts zur Johannesbachklamm und durch diese nach Würflach führt. Gehzeit ab Lärbaumkreuz 2 Stunden.

Gesamtgehzeit 3,5 Stunden, Höhendifferenz rund 300 m. Gasthäuser in Schrattenbach, am Ein-und am Ausgang der Johannesbachklamm.
Bundesamtskarte 25.000 oder 1:50.000, Blatt 75 (Puchberg am Schneeberg)
Freytag & Berndt Atlas: Wiener Hausberge

Von
Bernd Orfer
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