Heizkosten expolodieren: Jeder Haushalt zahlt heuer 180 Euro mehr

22. März 2006, 09:29
3 Postings

Ölbeheizte Haushalte müssen sogar um etwa 350 Euro mehr zahlen

Wien - Rekordschneemengen und beinahe arktisch tiefe Temperaturen - die heurige Wintersaison hat an Superlativen wahrlich nicht gespart. Die Rechnung dafür bekommen Österreichs 3,3 Millionen Haushalte von ihrem Energieversorger präsentiert. Denn die Heizmaterialkosten sind in dieser Saison um ein Fünftel höher als noch ein Jahr davor.

Der österreichischen Strom-Regulator E-Control hat ein paar harte Daten zum harschen Winter parat. Wegen der "kalten Witterung" seien bisher um 230 Millionen Kubikmeter mehr Gas und 300 Gigawattstunden mehr Strom verbraucht worden, hieß es auf Anfrage der APA. Pro Haushalt bedeutet dies einen Mehrverbrauch von 5 bis 7 Prozent bei Gasheizung und 1 bis 2 Prozent zusätzlicher Stromverbrauch.

Laut Daten der österreichischen Energieagentur wird jeder österreichische Haushalt in dieser Heizperiode durchschnittlich 180 Euro mehr zahlen müssen, wie im ORF-Fernsehen bereits berichtet wurde. Besonders teuer kommt das die über 900.000 Haushalte zu stehen, die mit Öl heizen. Denn die Heizölpreise sind alleine in diesem Winter um ein Viertel nach oben geschnellt. Ölbeheizte Haushalte werden wegen des Mehrverbrauchs und der Preissteigerungen durchschnittlich um 39 Prozent oder 350 Euro mehr als im Vorjahr berappen müssen, meint die Energieagentur. Zwar haben auch die Gaspreise um bis zu 15 Prozent angezogen. Doch fallen die Preissteigerungen pro gasbeheiztem Haushalt mit plus 125 Euro moderater aus.

Noch detaillierter listet die Arbeiterkammer die Mehrkosten des Rekordwinters auf (Stand: Ende Februar). Satte 320 Euro Mehrkosten kommen in diesem Winter auf Besitzer von Einfamilienhäusern zu, die ihr Eigenheim mit einer modernen Ölheizung (Jahresverbrauch von 2.000 Litern) ausgestattet haben.

Bis zu 150 Euro zusätzlich werden auf der Abrechnung von all jenen stehen, die in einer gasbeheizten, 100 Quadratmeter großen Wohnung leben. In gasbeheizten Einfamilienhäusern werden die Mehrkosten laut Arbeiterkammer zwischen 165 und 240 Euro betragen.

Und selbst Hausbesitzer, die ökologisch vorbildlich mit Holzpellets heizen, müssen wegen Pellets-Preissteigerungen und Mehrverbrauch um 70 Euro mehr bezahlen als noch im vergangenen Winter.

Vergleichsweise moderat fallen die Heizkosten-Erhöhungen bei der Fernwärme aus. Denn hier sind die Preise in dieser Heizperiode konstant geblieben. Die AK rechnet daher nur mit einem Mehrverbrauch von 5 Prozent wegen der kalten Temperaturen, was sich im Haushaltsbudget mit 20 Euro zusätzlichen Heizkosten niederschlägt. (APA)

Share if you care.