Fall der in Bolivien verschwundenen Österreicher vor Aufklärung

15. März 2006, 15:50
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Chef der Mordkomission in La Paz: "Könnte bereits in den nächsten Stunden der Fall sein"

La Paz/Wien - Der Fall der in Bolivien vermissten Wiener Katharina Koller (25) und Peter Kirsten Rabitsch (28) könnte "auf Grund der konkreten Ermittlungsdaten" bereits "in wenigen Stunden, längstens aber in zwei Tagen vollständig aufgeklärt" werden. Dies teilte der Chef der Mordkomission der Policia Tecnica Judicial (PTJ) in La Paz, Octavio Gutierrez, Dienstag Abend gegenüber der APA mit. Die Chancen, dass die beiden noch am Leben sein könnten, seien aber "nach der langen Zeit, die vergangen ist, leider nicht allzu groß", so die Einschätzung des Polizeimajors.

Am Dienstag haben weitere Polizeieinsätze stattgefunden, die zur Verhaftung der Urheber des Verbrechens führen sollen. Auch hier stünden die Chancen gut, dass die Fahndungen "noch heute oder morgen" zum Erfolg führen könnten, da man sehr konkrete Spuren verfolge. Die drei bereits am 10. März festgenommenen Personen seien Komplizen der im Visier der Ermittlungsbehörden stehenden Bande gewesen. Hinsichtlich des Schicksals von Koller und Rabitsch, die auf Weltreise waren, verfügten sie aber nur über wenig Information. Gutierrez bestätigte Vermutungen, dass es seit Beginn der Ermittlungen keine Lebenszeichen der Österreicher gegeben habe, auch seien nie Lösegeldforderungen gestellt worden.

Die im Fall der vermissten Österreicher unter dringendem Tatverdacht stehende Bande war darauf spezialisiert, als "falsche Polizisten" ihre Opfer zu kidnappen und zur Herausgabe der Bankomat- und Kreditkartencodes zu zwingen. Zu diesem Zweck sind Berichten zufolge sogar fingierte Kommissariate eingerichtet worden. Der letzte Kontakt der Vermissten mit ihren Angehörigen datiert vom 24. Jänner. Zuletzt wurden sie am 26. Jänner im Bus von Copacabana (Bolivien) nach La Paz sowie beim Aussteigen gesehen: "Zwei Stunden später wurde das erste Mal Geld von ihren Konten abgehoben.

Bis zur Sperrung der Konten am 8. Februar wurden jeden Tag die Maximalbeträge in La Paz, Oruro, Sucre und Cochabamba abgehoben, das gesamte Geld für die Weltreise bis zum Mai", teilen die Angehörigen auf der eigens eingerichteten Website http://www.katharinaandpeter.info/ mit. Ein Gewaltverbrechen war von den Behörden von Anfang an nicht ausgeschlossen worden.(APA)

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