Salzburg im Finale

15. März 2006, 09:14
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Meister Vienna Capitals muss sich nach 1:4-Niederlage bei den Bullen verabschieden - Innsbruck hält Serie nach Overtime-Sieg in Villach noch offen

Wien - Red Bulls Salzburg ist der erste Finalist der Erste Bank Eishockey Liga. Der Grunddurchgang-Sieger entschied am Dienstag das fünfte Halbfinal-Playoff-Duell gegen Meister Vienna Capitals daheim 4:1 für sich, womit auch die Serie mit demselben Ausgang endete. Der Meister ist damit aus dem Titelrennen, Innsbruck wahrte hingegen seine Chance. Die Tiroler stellten in Villach mit einem 3:2-Sieg nach Verlängerung in der Serie auf 2:3.

Souveräne Salzburger

In der mit 3.500 Zuschauern ausverkauften Salzburger Eisarena Volksgarten gab es einen verdienten Sieger. Der Favorit entschied auf dem Eis alle fünf Partien gegen die Capitals für sich, das dritte Match war strafverifiziert worden. In Spiel fünf schlugen die Gastgeber gleich nach 29 Sekunden zu, Marco Pewal traf zum 1:0. Im Powerplay fielen die Treffer durch Lind (19.) und Banham (26.), ehe Trattnig noch vor der letzten Pause auf 4:0 stellte.

Wren gelang schließlich noch der Ehrentreffer (45.), gleichzeitig das letzte Tor des entthronten Titelverteidigers in dieser Saison. Capitals-Coach Jim Boni würdigte den Sieg der Salzburger, sah ihn als verdient an: "Sie waren in allen Belangen besser. Für uns mit dem kleinen Kader ist es aber ein Wunder, dass wir es überhaupt ins Halbfinale geschafft haben. Eine Saison nach dem Meistertitel ist immer schwer."

Meister scheitert an Torwart-Legende

Ex-Teamspieler Peter Kaspar: "Die Salzburger waren immer um einen Tick schneller. Wir haben zwar oft gedrückt, aber Goalie Arturs Irbe war sensationell. Wir haben uns ehrenvoll verabschiedet, auch das letzte Drittel gewonnen." Dieter Kalt, im Vorjahr noch mit den nun Capitals Meister, freute sich über die Bestätigung für die Salzburger Arbeit: "Wir sind stolz, dass wir es vom letzten Platz im Vorjahr auf den ersten Platz geschafft haben. Das war mit viel Arbeit verbunden." Der Teamkapitän hatte im vorentscheidenden Spiel vier in Wien zwei Tore gegen seinen Ex-Klub erzielt.

Innsbruck darf weiter hoffen

In Villach wahrte der HC Innsbruck mit dem zweiten Halbfinal-Sieg gegen den VSV seine Chancen auf den Finaleinzug, liegt nach einem 3:2-Erfolg nach Verlängerung in der "Best-of-seven"-Serie zwar noch 2:3 zurück, kann aber am Donnerstag (19:15 Uhr) in der Innsbrucker Olympiahalle ausgleichen. Die Tiroler, bis zur 57. Minute 2:0 voran, kassierten in den drei Schlussminuten der regulären Spielzeit noch den Ausgleich, gingen aber nach einem Powerplay-Treffer von James Desmarais in der dritten Minute der Verlängerung als Sieger vom Eis.

Die Hausherren dominierten zunächst das erste Drittel, HCI-Tormann Claus Dalpiaz rettete seine Innsbrucker mit starken Paraden in die erste Pause. Die Kärntner verabsäumten es vor allem in Überzahl, eine Entscheidung herbeizuführen. Ein Spiegelbild der ersten zwanzig Minuten war der zweite Abschnitt, allerdings mit verkehrten Vorzeichen. Plötzlich übernahm Innsbruck das Kommando, VSV-Goalie Gert Prohaska stand unter Dauerbeschuss und musste nach 33 Minuten erstmals hinter sich greifen: Martin Hohenberger erzielte mit einem Schlenzer das 1:0 für Innsbruck, nur sechs Minuten später scorte Gerhard Unterluggauer mit einem Schuss von der blauen Linie zum überraschenden 2:0 (39.).

VSV rettete sich in Overtime

Innerhalb von 108 Sekunden holte der VSV im Schlussabschnitt aber die zuvor versäumten Tore nach. Mickey Elick nutzte das achte Villach-Powerplay des Tages zum ersten Treffer für die "Adler" (57.), als Mike Brown kurz darauf nach einem Wechselfehler der Tiroler auf 2:2 (59.) stellte, stand die Halle Kopf.

In der Verlängerung hatte Villach im Spiel vier gegen vier zunächst zwei Chancen auf die Entscheidung, nach einer umstrittenen Zeitstrafe gegen Kromp verwertete Desmarais aus kurzer Distanz zum 3:2 (63.). "Keiner hat auf uns gesetzt, aber wir haben verdient gewonnen", meinte HCI-Kapitän Andreas Pusnik nach dem Spiel. (APA)

 

  • EC Red Bulls Salzburg - EV Vienna Capitals 4:1 (2:0,2:0,0:1)
    Eisarena Volksgarten, 3.500 Zuschauer (ausverkauft), SR Schimm (GER). Tore: Pewal (1.), Lind (19./PP), Benham (26./PP), Trattnig (39.) bzw. Wren (45.). Strafminuten: 12 bzw. 16

 

Stand in der "best of seven"-Serie: 4:1 - Salzburg im Finale

 

  • EC Villacher SV - HC Innsbruck 2:3 n.V. (0:0,0:2,2:0,0:1)
    Villacher Stadthalle, 4.500 Zuschauer, SR Cervenka. Tore: Elick (57./PP), M. Brown (59.) bzw. M. Hohenberger (33.), Unterluggauer (39.), Desmarais (63./PP). Strafminuten: 18 bzw. 28

 

Stand in der "best of seven"-Serie: 3:2
Spiel 6 am Donnerstag (19:15 Uhr) in der Olympiahalle Innsbruck

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