Österreicher dominieren den Pfusch

14. März 2006, 18:39
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Experte Schneider: Nur 15 Prozent der Schwarzarbeit von illegalen Ausländern erbracht

Der weit verbreiteten Meinung, für die Schwarzarbeit in Österreich seien zum überwiegenden Teil ausländische Arbeitskräfte, Pendler oder Pfuscherpartien verantwortlich, hält der Linzer Ökonom Friedrich Schneider entgegen: "Aus Befragungen wissen wir, dass zwei Drittel der Wertschöpfung in der Schattenwirtschaft von selbstständig und unselbstständig beschäftigten Österreichern oder legal im Land lebenden Ausländern erwirtschaftet wird." Laut Schneider sind das die klassischen "Nebenerwerbspfuscher", also Fliesenleger oder Maler, die sich am Wochenende etwas schwarz dazuverdienen.

Vom verbleibenden Drittel würde die Hälfte von Frühpensionisten und Arbeitslosen gepfuscht. Bleiben unterm Strich jene rund 15 Prozent des Schattenwirtschaftsvolumens, das tatsächlich von illegal in Österreich befindlichen Ausländern erbracht wird, sagt Schneider.

9,51 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt

Der Experte, der jährlich Schätzungen über den Anteil der Schattenwirtschaft an der gesamten volkswirtschaftlichen Leistung vorlegt, geht heuer von einem Rückgang des Pfuschvolumens von 22 auf 21 Mrd. Euro (9,51 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt) aus. Zurückzuführen ist das auf seine Annahme, dass der Dienstleistungsscheck "zu einer Entlastung und Vereinfachung bei den haushaltsnahen Dienstleistungen führen wird." Schneider: "Bisher wird der Scheck sehr zögerlich angenommen, aber ich glaube, dass das funktionieren könnte." (miba, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.3.2006)

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