"Können soziales Verhalten ändern"

27. Juni 2006, 19:31
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Sozialbau-Chef Herbert Ludl und WVG-Chef Jörg Wippel über das Zusammenleben in der Praxis

Von 6299 Neubewohnern, die zuletzt in Wohnungen der Sozialbau AG eingezogen sind, hatten 2032 einen ausländischen Pass. "In der Großstadt ist die Zuwanderung und das Zusammenleben mit Menschen mit anderem ethnischen Hintergrund zum Normalfall geworden", stellte deshalb Sozialbau-Chef Herbert Ludl fest, der gemeinsam mit Jörg Wippel, dem Geschäftsführer der WVG Bauträger GesmbH, als Praktiker beim Wohnsymposium sprach.

Ludl hält viel von sozialer und ethnischer Durchmischung, "alles andere führt in die falsche Richtung". Das aber müsse nicht zum Multikulturalismus führen. Zwar müssten die Bauträger die Integration aktiv steuern und vor allem bei der Wohnzuweisung darauf achten, dass Diskriminierung vermieden wird. "Aber eine ständige Betreuung ist auch nicht sinnvoll", fügte Ludl hinzu.

Für Wippel ist die Wohnzufriedenheit der Schlüssel zum guten Zusammenleben. Denn "riesige Wohnblocks für arme Menschen sind das Schlimmste, was man machen kann. Wenn die Menschen eine Wohnung haben, in der sie sich wohl fühlen, dann spielt es keine Rolle, dass der Nachbar Türke ist."

Harmonie ist möglich

Auch Ludl zeigte sich überzeugt, dass ein harmonisches Zusammenleben möglich ist. "Wir können soziales Verhalten ändern. Wenn es möglich ist, Menschen auseinander zu dividieren und negativ zu beeinflussen, dann sollten wir mutig genug sein daran zu glauben, dass man auch Dinge zum Guten ändern kann." (ef, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.3.2006)

  • Die Wohnbaumanager Jörg Wippel (WVG) und Herbert Ludl (Sozialbau) halten viel von sanfter Durchmischung in ihren Wohnanlagen. "Integration ist unser tägliches Geschäft", sagt Ludl.
    foto: standard/andy urban

    Die Wohnbaumanager Jörg Wippel (WVG) und Herbert Ludl (Sozialbau) halten viel von sanfter Durchmischung in ihren Wohnanlagen. "Integration ist unser tägliches Geschäft", sagt Ludl.

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