Künstler von internationalem Ruf

20. März 2006, 16:09
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Santiago Sierra sorgt mit sozial- und kunstkritischen Aktionen weltweit für Aufsehen

Der 1966 in Madrid geborene Sierra genießt als Künstler einen internationalen Ruf. Sierra gehört zu den am meisten diskutierten Künstlern der jüngeren Generation, er sorgt mit sozial- und kunstkritischen Aktionen weltweit für Aufsehen. Mit seinen politischen Inszenierungen, die an die Performance-Kunst der 60er Jahre erinnern, provoziert der seit 1995 in Mexiko-City lebende Spanier bewusst: Immer wieder weist er auf rassistische Ausgrenzung und die Degradierung der Menschen auf die Ware Arbeitskraft hin. Dabei scheut der Künstler, der auch an der Hamburger Hochschule für Bildende Künste studiert hat, auch nicht vor drastischen Aktionen zurück, die in Fotografie und Video dokumentiert werden.

So tätowierte Sierra arbeitslosen jungen Kubanern eine lange Linie auf den Rücken oder färbte bei der Biennale von Venedig 133 Afrikanern die Haare blond, um sie in "Europäer" zu verwandeln. Einwanderer aus Afrika ließ er an der Straße von Gibraltar Erdlöcher ausheben, die Gräbern ähnelten, und wiederum in Venedig versperrte er die Türen des spanischen Biennale-Pavillons für alle Kunstfreunde, die keinen spanischen Pass besaßen. Im vergangenen Jahr sorgte der Spanier in Hannover für Aufsehen, wo er in der Kestnergesellschaft einen Ausstellungs-Raum mit Schlamm füllte: Damit wollte er an das Ausheben des Maschsees als Arbeitsbeschaffung in den 30er Jahren erinnern.

Formal steht Sierra in der Tradition von Minimal-Art und Land-Art sowie der Performance-Art der 60er und 70er Jahre. Seine Sprache ist von geometrischen, idealisierten Grundfiguren geprägt: Kuben, Quadern, Linien, Quadraten. Ein Formenvokabular das Sierra mit gesellschaftlichen Fragestellungen verbindet. (red/APA/dpa)

Wikipedia über Santiago Sierra

Sierra auf rebelart.net
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