"Styrian Spirit" im steirischen Nebelflug

28. März 2006, 16:32
2 Postings

Konfusion um Einstieg der Grazer Stadtwerke bei der steirischen Regionalfluglinie

Graz – Einige Konfusion herrscht über einen möglichen mehrheitlichen Einstieg der Grazer Stadtwerke AG bei der Regionalfluglinie "Styrian Spirit". SP-Landeshauptmann Franz Voves stellte eine Unterstützung des Landes für ein Engagement der Stadtwerke in Aussicht, sollte sich aus einer geplanten Kooperation mit dem Salzburger Flughafen "etwas Sinnvolles für den steirischen Tourismus und die Wirtschaft" ergeben. Das Land hatte bereits Destinationen der Air Berlin mit 400.000 Euro unterstützt.

In der Stadt, der die Stadtwerke gehören, steigt VP-Bürgermeister Siegfried Nagl auf die Bremse. Nagl ließ am Dienstag ausrichten, er kenne kolportierte Pläne der Stadtwerke nicht. Die Landeshauptstadt werde sicher nicht einsteigen, eine Finanzkonstruktion über die Stadtwerke sei nicht denkbar. Die Stadt benötige "Geld vom Land dringender für andere Projekte als für eine Fluglinie", sagte Nagl.

Nagls ÖVP-Kollege, Finanzlandesrat Christian Buchmann hält von den Plänen des SPÖ-Landeshauptmannes ebenso nichts. Er schließe aus, dass sich das Land Steiermark an der Styrian Spirit beteilige oder sich indirekt "in irgendeiner Form" bei einer Fluggesellschaft engagiere. Und die Stadtwerke selbst dementieren überhaupt, dass es Kaufüberlegungen gebe.

Vertauschte Rollen

Vor ziemlich genau einem Jahr sah die Sache noch anders und völlig umgekehrt aus. Damals drängte die ÖVP auf einen Einstieg der Stadtwerke, der Grazer SPÖ-Chef und Vizebürgermeister Walter Ferk aber schmetterte das Ansinnen ab, der maroden Styrian Spirit finanziell unter die Arme zu greifen. Ferk argumentierte: "Es ist weder Aufgabe noch Kompetenz der Grazer Stadtwerke, eine desolate Fluglinie zu führen." Mit einer Kapitalerhöhung hätte die finanziell angeschlagen Fluglinie wieder auf Kurs gebracht werden sollen.

Heute kann sich Ferk einen Einstieg vorstellen. "Warum nicht, wenn es sich als sinnvolles Geschäft darstellt", sagte Ferk zur Grazer Kleinen Zeitung. (mue, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.3.2006)

Share if you care.