Konsumentenschützer warnen vor dubiosen Gratis-Angeboten im Internet

21. März 2006, 10:18
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Zwei Wochen nach Anmeldung auf Website flattert Rechnung ins Haus - EVZ: Rücktritt schriftlich erklären

Das Europäische Verbraucherzentrum Wien (EVZ) warnt vor zweifelhaften Gratis-Angeboten im Internet, die nur vermeintlich nichts kosten: Es gebe immer mehr Beschwerden von Usern, denen überraschend Rechnungen ins Haus flattern. Dahinter stecke immer ein und dasselbe Unternehmen.

Kritik

"Bastelanleitungen heute gratis", "100 SMS gratis", "Steuertipps und Tricks heute gratis" oder "Alles zu Sternzeichen heute gratis" lauten solche Werbebotschaften. In der Kritik der Konsumentenschützer steht die Firma ISAS (Internet Services and Solutions) - A&M Schmidtlein GbR aus Deutschland.

Das Unternehmen vertreibe Internetseiten, bei denen sich oft durch Gratis-Angebote gelockte User anmelden. "Die zum Teil klein gedruckten Vertragsbedingungen oder die nur mittels 'pop up' aufrufbaren Geschäftsbedingungen werden dann leicht übersehen und nicht durchgelesen", so das EVZ. Nach Ablauf von 14 Tagen verschicke die Firma Rechnungen. Mittlerweile häuften sich Beschwerden auch beim Europäischen Verbraucherzentrum in Bozen, beim Österreichischen Internetombudsmann und der Arbeiterkammer.

Rücktrittsrecht

Das EVZ empfiehlt: "Machen Sie von Ihrem Rücktrittsrecht Gebrauch und erklären Sie unter Berufung auf Paragraf 5e Konsumentenschutzgesetz am besten schriftlich (mittels eingeschriebenen Briefs) den Rücktritt vom Vertrag. Die Anschrift der Firma lautet: A&M Schmidtlein GbR Vor der Hube 3 D-64572 Büttelborn."

Betroffene Eltern sollten "mittels eingeschriebenen Briefs gegen die Forderung protestieren und die Zustimmung als gesetzlicher Vertreter verweigern".

Wenn sich Minderjährige anmelden, können die Verträge wegen der Forderungshöhe - immerhin rund 170 Euro - nur durch Zustimmung des gesetzlichen Vertreters rechtswirksam zu Stande kommen. "Selbst für den Fall, dass Jugendliche aus Leichtsinn und Unerfahrenheit im Internet ein falsches Geburtsdatum eingeben, sind sie nicht zu Zahlungen verpflichtet, da ansonsten die Bestimmungen des Minderjährigenschutzes umgangen werden könnten", so die Konsumentenschützer. Betroffene Eltern sollten "mittels eingeschriebenen Briefs gegen die Forderung protestieren und die Zustimmung als gesetzlicher Vertreter verweigern".

Folgende Seiten werden laut EVZ von der betreffenden Firma betrieben: sms.heute.com, vornamen-heute.com, lehrstellen-heute.com, songtexte-heute.com, hausaufgaben.heute.com, witze-heute.com, steuer-heute.com, gedichte-heute.com, sternzeichen-heute.com, basteln-heute.com, p2p-heute.com, tattoo-heute.com, routenplanung-heute.com. (APA)

Nähere Informationen auf der Internetseite des EVZ: www.europakonsument.at
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