Winterüberdrüssigkeit überlisten

21. März 2006, 12:00
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"Endloser" Winter kann zur psychischen Belastung werden - Permanent Schnee, Kälte und Eis "drücken" aufs Gemüt

Schnee, Eis, Stürme und Kälte ohne Ende - der heurige Winter nagt bereits schwer am Gemütszustand der Österreicher. Fehlende Sonne und warme Temperaturen sorgen allgemein für schlechte Stimmung, können aber besonders bei latent depressiven Menschen die Symptome verstärken. Doch es gibt Möglichkeiten, die Winterüberdrüssigkeit auszutricksen: Im APA-Gespräch verriet Psychologe Cornel Binder-Krieglstein einige Tipps.

Allmähliches Schwinden der Energie

"Alles, was angenehm und besonders ist, lebt vom Reiz der Psyche. Das Wetter bietet außerdem im Jahreskreislauf jede Menge Abwechslung", so Binder-Krieglstein. Doch bleibt diese Abwechslung aus, wird selbst die tief verschneite Winterlandschaft zur Belastung. Sogar Schneeballschlachten und Rodelpartien werden langsam lästig. Permanent schmutzige Autos (innen und außen), kalte Füße, nasse Schuhe, aber auch die Gefahr auszurutschen, tragen zum stetig wachsenden "Grant" der Leute bei.

"Was in diesem extremen Winter hinzukommt, ist die Angst vor einstürzenden Dächern. Die Sicherheit ist allgemein nicht mehr gegeben", erklärt der Psychologe das allmähliche Schwinden der Energie. Vereinzelte Sonnenperioden könnten zwar kurzzeitig für gute Laune sorgen, doch zu lange ohne der beliebten UV-Strahlung sei für die Gesundheit nicht förderlich: "Durch Sonnenschein produziert der Körper Vitamine und stärkt seine Abwehrkräfte."

"Individuelle Angelegenheit"

Zu lange Kältephasen können sowohl psychische als auch physiologische Folgen haben. Anzeichen dafür gebe es viele: "Zum Beispiel Antriebs- und Lustlosigkeit, kein Appetit, Übelkeit, Schlafstörungen, aber auch Frustessen - Stichwort: Winterspeck - gehören dazu", sagt Binder-Krieglstein. Wer es nicht aus eigener Kraft schaffe, sich aus dem "Winterloch" zu ziehen, sollte einen Psychologen aufsuchen, um gemeinsam Strategien zu entwickeln, meinte der Experte.

Dem scheinbar endlosen Winter den Kampf ansagen ist nach Angaben des Psychologen eine sehr individuelle Angelegenheit: "Jeder sollte selbst überprüfen und sich fragen, was ihm am besten tut." Der eine entflieht der Dauerkälte mit einer Heizdecke, der andere sieht sich Fotos aus wärmeren Tagen an, besucht eine Therme, bucht den Sommerurlaub oder bereitet sich am Hometrainer bzw. mit Einkauf im Sportgeschäft auf seine sommerlichen Aktivitäten vor. (APA)

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