Neuer Themenweg Weinkultur

3. November 2006, 10:47
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Stift Klosterneuburg gibt auf Weinkulturweg Einblick in die Geschichte des Weinbaues. Ab Mai werden auch tägliche Kellerführungen angeboten

Klosterneuburg - Ein neues Besucherzentrum wird ab Mai das imposante Entree ins Stift Klosterneuburg bilden. Ausgehend von der Sala terrena, deren Deckengewölbe von acht mächtigen Steinfiguren des Hofbildhauers Lorenzo Mattielli getragen wird, erwartet die Gäste in den barocken Gängen zur Kaiserstiege aber auch ein Themenweg, der auf die Tradition des Klosters als ältestes Weingut Österreichs hinweist.

Der neue Weinkulturweg gibt laut einer Aussendung des Stiftes Einblick in die Geschichte des Weinbaues, der bis zur Gründung des Klosters im Jahr 1114 zurückreicht, und in die aktuelle Weinerzeugung. Dargestellt werden auch die Böden und typischen Produkte der vier Weinregionen des Stiftes - Klosterneuburg, Wien, Tattendorf und Gumpoldskirchen.

Kellerführungen

Wem diese Einführung zu "trocken" ist, hat anschließend die Möglichkeit, in der Vinothek Wein zu verkosten, oder in die tiefen Keller hinuntersteigen: Erstmals werden täglich Kellerführungen angeboten. Weiters stehen Weinseminare am Programm. 36 Meter und vier Stockwerke tief führen die Keller unter den Barockbau. Dort entstehen die edlen Tropfen der Klosterneuburger Chorherren.

Der stiftseigene Weinbau ist von Anfang an, u.a. durch archäologische Funde, belegt. Im Mittelalter unterhielten auch andere Stifte in Klosterneuburg eigene Lesehöfe für die Bewirtschaftung ihrer hier liegenden Weingärten - wie das Passauer Kloster St. Nikolai, das Chorherrenstift Berchtesgaden oder Kremsmünster, Wilhering, Schlierbach, Baumgartenberg und Zwettl.

Lange Export-Tradition

Eine lange Tradition hat auch der Export: Der Wein des Stiftsweingutes wurde von den Babenbergern, Ottokar von Böhmen und den Habsburgern geschätzt. 1528 kaufte allein der Passauer Weinhändler Peter Göttinger 2.065 Eimer, das waren 115.640 Liter. Doch schon im Jahr darauf wurden viele Weingärten zerstört, als die türkischen Streifscharen das Land verwüsteten - ebenso wie 1683. Um den folgenden Wiederanbau machte sich der damalige Stiftspropst Christoph II. Mathäi verdient, dem das Stift auch das berühmte Tausendeimerfass verdankt.

Im Jahr 1860 gründete das Stift Klosterneuburg die erste Weinbauschule der Welt. Heute zählt das Weingut mit einer Rebfläche von 108 Hektar zu den größten und renommiertesten Weingütern Österreichs. (APA)

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    foto: sitft klosterneuburg
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