Das Internet als Sprungbrett

17. Mai 2006, 18:59
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Unkonventionelle Karriere der Musikgruppe Arctic Monkeys

Normalerweise spielt es sich in der modernen Musikwelt folgendermaßen ab: Eine Gruppe erheischt mit viel Glück einen der begehrten Verträge mit einem Plattenlabel, dieses presst die Musik auf CDs, kurze Zeit später sind die Titel auch über die diversen Musikbörsen im Internet als MP3-Files verfügbar.

Kostenlose Demo-CDs

Ganz anders verlief dieser Weg bei den jungen Musikern der britischen Rockgruppe Arctic Monkeys. Bei ihren ersten Konzerten vor zwei Jahren verteilten die vier Jungs aus dem nordenglischen Sheffield einfach ihre Demo-CDs an die Zuschauer und siehe da: Kurze Zeit später fanden sich ihre Songs im Internet wieder. Eigentlich nicht ganz legal und eher ein Albtraum für Musiker, aber die Songs der Band verbreiteten sich so schnell, dass die Jungs bald ausverkaufte Touren im ganzen Land spielten. In der Nacht zum Montag erfolgte nun ein weiterer Schritt auf ihrem Weg zum Weltruhm: Der erste Auftritt vor einem amerikanischen Publikum in San Francisco.

Neue Möglichkeiten

Auch wenn die Vier - Alex Tunrer, Jamie Cook, Andy Nicholson und Matt Helders - mittlerweile längst einen der begehrten Musikverträge erheischt haben, gelten sie doch als Vorzeigemodell dafür, wie das Internet die Musikbranche verändert. "Bands steht durch das Internet vom Fleck weg gleich ein direkter Zugang zu einem großen Publikum zu, sie erhalten dadurch schnellere Anerkennung und in Folge auch Plattenverträge", zitiert der International Herald Tribune EMI-Music-Manager Guy Moot, dessen Unternehmen mittlerweile die Rechte an den Arctic-Monkeys-Songs hält.

Download

Die Jungs haben das traditionelle Musikgeschäft jedoch schnell begriffen: Auf der offiziellen Website der Band sind die Gratis-Demosongs verschwunden. Doch laut Telepolis sollen sich alle offziellen Demosongs noch auf der Fanseite Mardy Bum finden und von dort herunterladen lassen. (DER STANDARD Printausgabe, 14.03.2006)

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