Unternehmen ignorieren mobile Sicherheit

21. März 2006, 10:18
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Während mobile Geräte immer mehr zunehmen, wird kaum in Security-Produkte investiert - "Sicherheit kostet Geld, ohne sichtbaren Nutzen"

Trotz zunehmender Bedrohung mobiler Netzwerke treffen wenige Unternehmen in Deutschland auch entsprechende Vorkehrungen. Nur 19,4 Prozent haben bereits Schutzmaßnahmen für ihre mobilen Informationssysteme getroffen, wie eine Studie der Informationweek und Steria Mummert Consulting zeigt. Etwa die Hälfte aller Mitarbeiter der befragten Unternehmen ist mittlerweile mit mobilen Geräten wie Notebook, PDA, Handheld oder Mobiltelefon ausgestattet. Die Frage der Sicherheit bleibt dabei meist eine Frage der Kosten.

Wachstum

Während sich der Anteil an mobilen Geräten in den Unternehmen seit 2004 um rund drei Prozent gesteigert hat, erhöhte sich der Einsatz von Schutzinstrumenten im selben Zeitraum um 5,1 Prozent. Aus Sicht der Experten ist das aber zu wenig. 18,8 Prozent der IT-Verantwortlichen verzichten sogar nach wie vor komplett auf Vorkehrungsmaßnahmen. "Sicherheit kostet Geld, ohne dass man sofort einen sichtbaren Nutzen davon hat", erklärt Jörg Forthmann, Pressesprecher von Steria Mummert, im pressetext-Gespräch. Das subjektive Gefahrengefühl sei zudem in Hinblick auf Mobile Security noch nicht so ausgeprägt, wie bei klassischen IT-Anwendungen.

Zumindest 20,8 Prozent der Unternehmen wollen an der Entwicklung einer entsprechenden Sicherheitspolitik arbeiten. "Die Anbieter bemühen sich, das Thema zu pushen. Die Sensibilisierung findet aber gerade erst statt", so Forthmann. Die potenzielle Gefahr sei immer abhängig vom Unternehmen. Je mehr mobile Geräte im Einsatz sind und je mehr ein Unternehmen von IT-Leistungen abhängig ist, desto größere Schäden können entstehen. Auch die Kosten für Sicherheitsmaßnahmen variieren je nach mobiler Ausstattung eines Betriebes.

Abstand

Sicheitsexperten sehen auch in punkto Virenabwehr großen Nachholbedarf. Inzwischen haben viele Computerviren die Fähigkeit von einem Desktop-PC auf einen mobilen Handheld überzuspringen und unterschiedliche Betriebssysteme voneinander zu unterscheiden. "Es ist nicht immer nur ein finanzieller Schaden, der entstehen kann. Auch das Image eines Unternehmens kann durch Hackerangriffe in Mitleidenschaft gezogen werden", sagt Forthmann. (pte)

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