Protestwelle gegen Villepins Arbeitsmarktreform ebbt nicht ab

22. März 2006, 19:14
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Heute demonstrieren die Studenten gegen die Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufseinsteiger - Premier will Lockerung des Kündigungsschutzes nicht zurücknehmen

Paris - In Frankreich ebbt der Protest gegen die Arbeitsmarktreform der bürgerlichen Regierung Villepin nicht ab. Die Polizei räumte am späten Montagabend das von mehreren dutzend Schülern und Studenten besetzte Wissenschaftsinstitut Collège de France im Pariser Studentenviertel Quartier Latin. Nach Angaben von Studentenverbänden befanden sich mehr als die Hälfte der landesweit 84 Universitäten im Streik.

Premierminister Dominique de Villepin hat es abgelehnt, die vom Parlament bereits verabschiedete Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufseinsteiger zurückzunehmen. Das Gesetz sieht eine zweijährige Probezeit vor, die dem Arbeitgeber eine Entlassung ohne Angabe von Gründen erlaubt.

Gewerkschaften, Studenten, Schüler und die linken Parteien laufen seit Wochen Sturm gegen die Regelung. Der Fraktionschef der Sozialisten, Jean-Marc Ayrault, kündigte an, seine Partei werde am Dienstag den Verfassungsrat gegen das Gesetz anrufen. Villepin, der die Lockerung des Kündigungsschutzes als wirkungsvolles Instrument im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit verteidigt, hat in Umfragen zuletzt deutlich an Ansehen eingebüßt. Er gilt neben Innenminister Sarkozy als möglicher Kandidat des rechten Lagers bei der Präsidentschaftswahl im nächsten Frühjahr. (APA)

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